Smarte Digitalisierung schafft Grundlage für erfolgreiche, dezentrale Energiewende

BEE-Pressegespräch mit Wolfram Axthelm, Prof. Dr. Jens Strüker, Bernhard Strohmayer und Fabian Reetz (v.l.)
BEE-Pressegespräch mit Wolfram Axthelm, Prof. Dr. Jens Strüker, Bernhard Strohmayer und Fabian Reetz (v.l.)
29.10.2019

Damit die Abstimmung und Optimierung zwischen Erzeugern und Verbrauchern ununterbrochen versorgungssicher funktioniert, ist es unabdingbar, dass die Kommunikation zwischen allen Akteuren weitgehend in Echtzeit und dabei gleichzeitig zuverlässig abläuft.

„Das moderne, auf erneuerbaren Energien basierende Energiesystem wird stark dezentral sein. Es wird geprägt von sauberen Energien, die volatil Strom einspeisen, zigtausenden Erzeugern, Energiespeichern, Verbrauchern und Sektorenkopplern, zu denen künftig u.a. auch Millionen Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen gehören werden. Damit die Abstimmung und Optimierung zwischen Erzeugern und Verbrauchern ununterbrochen versorgungssicher funktioniert, ist es unabdingbar, dass die Kommunikation zwischen allen Akteuren weitgehend in Echtzeit und dabei gleichzeitig zuverlässig abläuft“, sagt Wolfram Axthelm, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE).

 Die spannenden Fragen werden aus Sicht des BEE sein: Reichen die Vorhaben zur Digitalisierung der Energiewirtschaft dafür aus? Müssen auch alternative Ansätze, z.B. Blockchains, übernehmen oder stoßen auch sie an Grenzen? „Mit der Sektorenkopplung und der Digitalisierung erweitern sich die Möglichkeiten für ein intelligentes ­Management“, so Axthelm weiter. Im Rahmen eines Pressegesprächs hat der BEE Ende August hierzu ein Diskussionspapier veröffentlicht und gemeinsam mit Digitalisierungs-Experten und Vertretern der Medien diskutiert.

Je größer der Anteil erneuerbarer Energien, desto wichtiger werde die bedarfsgerechte Abstimmung zwischen Erzeugung, Speicherung und Verbrauch. Den dabei erforderlichen Prozessen liege die gemeinsame Nutzung des Stromnetzes zu Grunde. Folglich ist die intelligente Nutzung des Netzes im Zusammenspiel mit Erzeugern, Verbrauchern und Speichern entscheidend. Aus Sicht des BEE spielt deshalb die Vernetzung von Erneuerbare-Energien-Anlagen und Sektorenkopplungstechnologien eine große Rolle. „Um die komplexer werdenden Netz- und Marktprozesse gut zu steuern, wird das optimierte Zusammenspiel aller Komponenten erforderlich“, betont Axthelm. „Der Erfolg der Energiewende hat seine Basis auch in digitaler Vernetzung.“ Eine optimierte Organisation der Nutzung der Netzinfrastruktur schaffe darüber hinaus Spielraum beim weiter erforderlichen Ausbau, besonders auf der Verteilnetzebene.

Im Rahmen der Sektorenkopplung hilft smarte Digitalisierung, Erzeugung, Verbrauch, Energiespeicherung und Netzbetrieb für ein stabiles und effizientes System zusammenzuführen. Die Akteure der Erneuerbaren-Branche hätten hierfür bereits gute technische Lösungen entwickelt, würden aber u.a. durch die restriktive Architektur der Smart-Meter-Gateways und des Messstellenbetriebs am Aufbau leistungsfähiger Kommunikationskanäle gehindert. Wie an so vielen Stellen in der Energiewende sei auch hier die Politik gefragt, den gesetzgeberischen Rahmen so zu gestalten, dass die Industrie ihr Know-how einsetzen kann – mit modernen Digitalisierungstechnologien und innovationsfreundlichen Regeln. „Für die digitale Transformation des Energiesystems müssen die Energiemärkte umgestaltet und eine leistungsfähige Strategie zur Digitalisierung entwickelt werden“, so Axthelm.

bee-ev.de