Elektromobilität: Ausbau der Ladeinfrastruktur nimmt weiter Fahrt auf

Aktuell sind im Ladesäulenregister des BDEW 39.538 öffentliche Ladepunkte gemeldet	Quelle: Pixabay
Aktuell sind im Ladesäulenregister des BDEW 39.538 öffentliche Ladepunkte gemeldet Quelle: Pixabay
24.03.2021

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur nimmt weiter an Fahrt auf: 39.538 öffentliche Ladepunkte sind aktuell im Ladesäulenregister des BDEW gemeldet, jede siebte davon ist ein DC-Schnelllader. Damit sind innerhalb von drei Monaten rd. 3.800 neue Ladepunkte hinzugekommen.

Beim Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur ist ebenfalls ein deutlicher Anstieg zu beobachten: Laut Bundesverkehrsministerium wurden seit Beginn des Förderprogramms für private Wallboxen Ende November 2020 bereits Förderanträge für über 300.000 Wallboxen gestellt. Der Fördertopf wurde von ursprünglich 200 Mio. Ä€ auf jetzt 400 Mio. Ä€ aufgestockt. Bis zum Sommer werden daher lt. BDEW mehrere hunderttausend zusätzliche private Ladepunkte entstehen. Dieser Erfolg sei umso erfreulicher, als neun von zehn Ladevorgängen bisher zu Hause oder am Arbeitsplatz stattfinden.

Automobilbranche, Ladesäulenbetreiber und Kommunen sind in der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) zu dem Schluss gekommen, dass ein starrer Schlüssel von 1:10 Ladepunkte je E-Fahrzeuge, wie von der EU-Kommission empfohlen, bei steigendem Marktanteil von E-Fahrzeugen zu kurz greift und der Hochlauf vielmehr als »moving target« zu verstehen ist.

»Der Ausbaubedarf der Ladeinfrastruktur ist keine starre Zahl, sondern ein dynamisches System. Es ist mehr als fraglich, ob wir 1 Mio. Ladepunkte bis 2030 brauchen, denn das wäre ein Szenario, das von mittlerweile überholten Voraussetzungen ausgeht: 900.000 Normalladepunkte à 11 kW. Die Forderung nach 1 Mio. öffentlicher Ladepunkte berücksichtigt keinerlei Entwicklung: Immer mehr Fahrzeuge können ja heute schon schneller laden. Diese Dynamik müssen wir beim Ausbau der Ladeinfrastruktur berücksichtigen. Um eine Über-Subventionierung zu vermeiden, müssen wir die Ladetechnologien der Fahrzeuge und das Ladeverhalten der E-Mobilisten im Blick behalten«, sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Dabei sei wichtig, dass der Ausbau marktgetrieben erfolge, also sich am tatsächlichen Bedarf der Kunden orientiere. Der Erfolg der Elektromobilität entscheide sich vor allem im privaten Bereich. Daher würden vor allem hier schnelle Fortschritte benötigt. Die -enorme Nachfrage nach dem Förderprogramm der Bundesregierung für private Ladestationen seien deshalb eine sehr gute Nachricht. Aber auch der Zubau öffentlicher Ladesäulen müsse weitergehen.

Zehn Punkte für einen schnellen Ausbau

Damit der schnelle und stabile Ausbau des Ladenetzes gelingt, hat der BDEW einen Zehn-Punkte-Plan erstellt, mit Empfehlungen für die Bundesregierung. Zentral sei, dass alle Akteure noch stärker Hand in Hand arbeiten. Das gelte vor allem auch für die Flächenverfügbarkeit: Bund, Länder und Kommunen seien gefragt, die möglichen Flächen für neue Ladesäulen-Standorte kurzfristig und unbürokratisch zur -Verfügung zu stellen. Zudem müssten Genehmigungsverfahren beschleunigt werden.

Die private Ladeinfrastruktur biete trotz des immensen Anstiegs an privaten Ladepunkten auch weiterhin großes Potenzial. Ein noch ungehobener Schatz liege beispielsweise beim Laden beim Arbeitgeber. Hierzu gehöre die Ausstattung der Firmenfahrzeug-Inhaber mit einer Lade- statt mit einer Tankkarte. Oder eine einfache Regelung für die komplizierte Eigenstrom-Abgrenzung, die beim Arbeitnehmer mit PV-Anlage zu Hause nötig ist.