E-Mobilität und Netzsicherheit sind kein Widerspruch

In den vergangenen vier Jahren hat Verbund neun lokale Batteriespeicher an Hochleistungs-Ladestandorten von Smartrics EnBW in Österreich und von Allego in Deutschland installiert und in Betrieb genommen
In den vergangenen vier Jahren hat Verbund neun lokale Batteriespeicher an Hochleistungs-Ladestandorten von Smartrics EnBW in Österreich und von Allego in Deutschland installiert und in Betrieb genommen
13.10.2022

In den vergangenen vier Jahren hat Verbund neun lokale Batteriespeicher an Hochleistungs-Ladestandorten von Smartrics EnBW in Österreich und von Allego in Deutschland installiert und in Betrieb genommen. Damit hat Verbund das EC-geförderte Projekt Synerg-E erfolgreich abgeschlossen.

»Mit Synerg-E haben wir einen Meilenstein für das Zusammenwachsen von Energie- und Mobilitätsinfrastruktur in Europa gesetzt«, fasst Karl Zach, Projektleiter Synerg-E, Verbund Corporate Innovation & New Business, die Essenz des zukunftsweisenden Projekts zusammen. »Wir beobachten jetzt schon, dass Schnellladungen deutlich zunehmen und den damit verbundenen steigenden Leistungsbedarf. Ein Trend, der sich bis 2030 und darüber hinaus noch verstärken wird. Mit zunehmendem Ausbau von erneuerbaren Energien wie Wind und PV wird auch die Bereitstellung von Flexibilität für das Stromnetz immer wichtiger. Mit den stationären Batteriespeichern des Synerg-E Projektes schaffen wir es, beide Problemstellungen anzugehen!«

Mobilität und Netzstabilität

Die Hauptaufgabe der lokalen Batteriespeicher ist die Entlastung des Stromnetzes durch »Peak-Shaving«. Wenn E-Autos an Hochleistungs-Ladestandorten mit bis zu 350 kW laden, kommt ein Teil der benötigten Energie aus dem lokalen Batteriespeicher. Damit wird sichergestellt, dass das Stromnetz nicht überlastet wird und die Netzgebühren im Rahmen bleiben. In Phasen, in denen die Ladestationen nicht frequentiert sind, werden die bis zu 500 kW/500 kWh großen Batteriespeicher mit 100 % erneuerbarem Strom von Verbund aufgeladen und deren Flexibilität für Netzdienstleistungen genutzt.

»Bei der Umsetzung des Innovationsprojekts waren die Teams immer wieder mit großen Herausforderungen konfrontiert. Die Lernkurven waren auf allen Seiten extrem steil«, schildert Projektleiter Zach. »Auch die wechselnden Rahmenbedingungen durch die Pandemie haben uns in jeder Hinsicht gefordert. Umso mehr zählt der Erfolg. Mit Synerg-E haben wir ein völlig neues Thema besetzt und wertvolle Erfahrungen gesammelt, die beim Koppeln von Mobilitäts- und Energieinfrastruktur hilfreich sind.«

Die Flexibilitäten aller neun Batteriespeicher kommen am Regelenergie- und Intradaymarkt in Deutschland und Österreich zum Einsatz. Die intelligente Steuerung, stellt sicher, dass die Batterien zu den günstigsten Zeiten aufgeladen und am Energiemarkt vermarktet werden.

Synergien nutzen, Sektoren verbinden

Synerg-E adressiert die Sektorkopplung von Energie und ­Mobilität und wurde aus dem ersten Synergy Call der Connecting Europe Facility (CEF) der Europäischen Kommission gefördert. »Nach dem erfolgreichen Projektabschluss werden die Batteriespeicher über die Projektlaufzeit hinaus weiterhin wertvolle Dienste im Energie- und Mobilitätssektor erbringen und damit einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten. Die Erfahrungen aus dem Projekt haben maßgeblich zur Entwicklung der Produkte und Dienstleistungen mit Batteriespeichern bei Verbund bei­getragen«, ergänzt Karl Potz, Leiter des Centers Battery Solutions, Verbund Energy4Business. Mit mehr als 70 MW an Großbatteriespeichern in Deutschland positioniert sich Verbund als starker Partner für deutsche Verteilnetzbetreiber.