Spanien kehrt zur Förderung Erneuerbarer Energien zurück

18.10.2016

Barcelona – Nach vier Jahren Moratorium kehrt die spanische Regierung offenbar zur Förderung Erneuerbarer Energien zurück. Den aktuellen Plänen zufolge ist noch in diesem Jahr eine Versteigerung von etwa 1.000 MW Produktionsleistung geplant. Weitere Versteigerungen über 3.000 MW sollen 2017 folgen.

Für deutsche Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien bieten sich damit wieder Möglichkeiten auf dem spanischen Markt. An den geplanten Versteigerungen können laut aktuellen Berichten Unternehmen aller Sparten der Erneuerbaren Energien teilnehmen, sowohl Windkraft und Fotovoltaik als auch Biomasse und Biogas.

Was die Förderungssystematik anbetrifft, gibt eine kleine Versteigerung des spanischen Staates im Januar die Richtung vor. Zuschlagskriterium war hier die Höhe einer Zuzahlung zur Investition über die Betriebslaufzeit der Anlage. Berücksichtigt wurden in der Versteigerung zu Jahresbeginn jedoch ausschließlich Anlagen, die auf eine Zuzahlung vollständig verzichteten, also nur den Marktpreis für die erzeugte Energie erhalten werden. Der Wettbewerb um die Zuzahlungshöhe dürfte damit weiter für die künftigen Versteigerungen gelten.

„Auch wenn das ab 2013 genutzte System aufgrund der geringen Anreize für effektivere Anlagen in der Kritik steht, hält Spanien auch nach Ende des Moratoriums am Zuzahlungsmechanismus für Investitionen fest“, sagt Christoph Himmelskamp, Partner bei Rödl & Partner in Barcelona. „Mit überdurchschnittlich vielen Produktionsstunden, gerade im Fotovoltaik-Segment, einer guten Infrastruktur sowie gegebener Marktreife mit vielen Anlagen am Netz, dürfte Spanien dennoch für Anbieter aus Deutschland wieder an Attraktivität gewinnen.“

Quelle: Rödl & Partner