Apple wird Solarstromhändler

Zu viel Solarstrom nur für die Stores - Apple Energy steigt in den Solarstromhandel ein. (Foto: Apple)
Zu viel Solarstrom nur für die Stores - Apple Energy steigt in den Solarstromhandel ein. (Foto: Apple)
10.06.2016

Apple hat ein Tochterunternehmen Apple Energy LLC gegründet, das künfig Solarstrom an Haushalte in den USA verkaufen soll. Den Antrag, in den USA als Energiehändler tätig werden zu dürfen, hat Apple am 6. Juni gestellt, Anfang August könnte Apple Energy die Geschäftstätigkeit aufnehmen.

Apple hat sich schon länger zur Nutzung regenerativer Energien bekannt und will die eigenen Datencenter ebenso wie die Apple-Stores zu 100 % aus erneuerbaren Energien versorgen und betreibt bereits Solarfarmen in Nevada (19,9 MW) und am Firmensitz in Cupertino (14 MW). Zudem versorgt sich Apple in Cupertino aus einem eigenen 4-MW-Brennstoffzellen-Kraftwerk und hat ein langfristiges Lieferabkommen mit California Flats LLC geschlossen (130 MW). Laut Apples Environmental Responibility Report 2016 bezieht das Unternehmen heute bereits 93 % des eigenen Strombedarfs aus erneuerbaren Energiequellen. Und der Ausbau soll rasant weitergehen. Bis 2020 will Apple weltweit 4 GW Photovoltaikanlagen errichtet haben, davon die Hälfte allein in China.

Die Gründung von Apple Energy wird als Schritt gesehen, Überkapazitäten aus den Solarkraftwerken zu vermarkten. Allerdings lässt der Antrag auch den Schluss zu, dass Apple weitergehende Pläne hat, denn Apple will nicht nur Strom an andere Stormhängler verkaufen (und damit bestenfalls Großhandelspreise erzielen), sondern auch Endverbraucher beliefern dürfen. Damit würde Apple in das profitablere Endkundengeschäft einsteigen.

Solarstrom für Apples E-Mobil?

Allerdings kann man Apple Energy durchaus auch in Zusammenhang mit Apples Elektormobilitätsplänen sehen. Was Apple da als E-Mobil unter dem Projektnamen „Titan“ mit angeblich 600 Technikern entwickelt, ist noch nicht bekannt. Ursprünglich sollte die Entwicklung von Apples E-Mobil wohl 2020 abgeschlossen sein, doch sehen Analysten hier bereits das Jahr 2019 als offiziellen Starttermin.

Allerdings soll das Unternehmen laut Pressemeldungen gleichzeitig Interesse an der Technologie von Ladestationen gezeigt haben. Dabei gehe es in erster Linie um freistehende Ladesäulen – und schon fällt der Verweis auf Teslas Supercharger-Netz. Aber das sind unbestätigte Gerüchte.

Volker Budensiek

Über die Solarpark-Börse können Sie laufende Solaranlagen oder Projektrechte suchen, in diese investieren oder Ihre eigenen Photovoltaik-Projekte einstellen und zum Verkauf anbieten....