Weltweit über 400.000 Elektroautos unterwegs

E-Mobilität, Foto: dpa
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01.04.2014

Das Ulmer Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) legt neue Zahlen zum Wachstum des globalen Elektrofahrzeug-Marktes vor. Vor allem durch Marktanreizprogramme  verdoppelte sich die Zahl der E-Autos weltweit im letzten Jahr von 200.000 auf 400.000 Stück.  Deutschland zählt dabei nicht zu den Leitmärkten, sondern liegt erst auf Platz 7.

Die Analyse des ZSW hat ergeben, dass die drei Leitmärkte USA, Japan und China für den größten Teil der Nachfrage verantwortlich sind und sich Elektrofahrzeuge in Ländern mit Marktanreizprogrammen besser verkaufen. Deutschland liegt hinter Frankreich, den Niederlanden und Norwegen und findet sich auf Platz 7 wieder.

Die ZSW-Wissenschaftler haben für ihre Studie die globalen Zulassungszahlen von verschiedenen E-Fahrzeugen analysiert. Dazu zählten Autos mit batterieelektrischem Antrieb, Range Extender und Plug-In Hybride. Nicht mitgezählt wurden Krafträder, LKW und Busse sowie die inzwischen mehr als 6 Mio. Full-Hybridfahrzeuge, da hier der Primärantrieb des Fahrzeuges auf fossilen Kraftstoffen basiert und der elektrische Antrieb ab einem bestimmten Entladungszustand nicht freigegeben wird. Die USA führen die Tabelle mit 174.000 zugelassenen Elektroautos an. Danach folgen Japan (68.000) und China (45.000). In Holland wurden fast 30.000 Elektrofahrzeuge zugelassen, in Deutschland jedoch nur 17.500.

Auch bei den Fahrzeugherstellern liegen japanische und amerikanische Firmen vorne, insbesondere Nissan, General Motors und Toyota. Nissan hat bisher über 90.000 Mal das Elektroauto Modell „Leaf“ verkauft, General Motors bereits 60.000 Mal das Plug-In-Modell „Volt“ und das Modell „Ampera“ mit Range Extender. Toyotas „Prius Plug-In“ verkaufte sich 40.000 Mal.

Deutschland muss sich anstrengen

Werner Tillmetz, ZSW-Vorstand am Standort Ulm betont, dass sich auch in Deutschland etwas getan hat: „Auch die Anstrengungen in Deutschland können sich sehen lassen. Um aber einen Leitmarkt hierzulande mit einer durchgängigen Wertschöpfungskette inklusive der Schlüsselkomponente Batterie zu etablieren, bedarf es weiterer enormer Anstrengungen. Sonst verlieren wir den Anschluss an den globalen Wettbewerb."

Die Zahl der angemeldeten E-Autos stieg laut der ZSW-Analyse seit 2012 jedes Jahr um 100 % an. Die weltweite Zahl stieg von 100.000 Fahrzeugen im Jahr 2012 auf 200.000 im Jahr 2013 bis hin zu 405.000 E-Autos Anfang 2014. Bei gleichbleibendem Zuwachs, rechnet das ZSW bis 2016 mit mehr als einer Million Elektrofahrzeugen.

Da die Energiespeicher unter anderem die Kosten, Reichweite und Sicherheit eines E-Fahrzeuges bestimmen, fordert Tillmetz, dass Deutschland sich hier nicht abhängen lässt. Bisher werden die Lithium-Ionen-Batterien nämlich sowohl für die Unterhaltungselektronik, als auch für Fahrzeuge fast ausschließlich von asiatischen Firmen produziert. „Ein Großteil der Fahrzeugbatterien stammt aus Japan oder Südkorea", erklärt der Leiter des ZSW-Geschäftsbereichs Elektrochemische Energietechnologien. "Wenn Deutschland den hohen Anteil der Batterien an der Wertschöpfung sichern möchte, braucht es einen koordinierten strategischen Ansatz zur Etablierung einer deutschen Produktion.“

Tanja Peschel

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