Tesla: Patente, Gigafabriken und Kooperationen

Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat viel vor – aber eine Batteriefabrik in Deutschland steht dabei nicht an erster Stelle. (Foto: dpa)
Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat viel vor – aber eine Batteriefabrik in Deutschland steht dabei nicht an erster Stelle. (Foto: dpa)
24.11.2014

Die meisten Schlagzeilen zum Elektrofahrzeug-Hersteller Tesla unterstellen derzeit, dass dieser Pläne für den Bau einer Batteriefabrik in Deutschland hat. Allerdings hat dessen Geschäftsführer Elon Musk in einem Spiegel-Interview nur gesagt: „Ich gehe davon aus, dass Tesla auf lange Sicht eine Batteriefabrik in Deutschland errichten wird.“ Er schätzte, dass es in fünf oder sechs Jahren soweit sein könnte. Das Unternehmen steht also noch nicht kurz vor der Vollendung einer Fabrik.

Überraschend kommt Musks Aussage trotzdem, da Daimler vor kurzem ankündigte Li-Tec, die bisher einzige deutsche Fabrik, die Akkuzellen für Elektrofahrzeuge herstellt, zu schließen. Das Daimler Tochterunternehmen in Sachsen wird nur noch bis Ende 2015 Batteriezellen für den strombetriebenen Smart produzieren. Bisher war Daimler der einzige deutsche Autobauer mit eigener Batterie-Zellfertigung. Doch da das Unternehmen der einzige Abnehmer für die Zellen blieb und nicht wie erhofft weitere Autohersteller mit einstiegen, rentierte sich die Eigenproduktion nicht. Zukünftig wird auch Daimler die Batteriezellen für seine Fahrzeuge einkaufen. Ein Großteil der Li-Tec Mitarbeiter wird bei der Daimler-Tochter Accumotive unterkommen, die weiterhin Batterien für Plug-in-Hybride mit Elektro- und Verbrennungsmotoren herstellen werden.

Der Tesla-Traum: E-Mobilität für alle!

Nachdem Tesla im Juni die eigenen Patente freigegeben hatte, um die weltweite Entwicklung von Elektrofahrzeugen zu fördern, hat das Unternehmen nun seine Fabrik in Fremont, California erweitert, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Eigenen Aussagen zufolge stellte Tesla im Jahr 2013 noch 22.000 Elektrofahrzeuge her, in diesem Jahr sollen es bereits 35.000 werden und für 2015 rechnet das Unternehmen mit einem weiteren Produktionsanstieg um 50 %.

Die hohe Bedarfsprognose begründet Tesla mit dem neuen Model X, einer Mischung aus allradgetriebenem SUV und einer Limousine mit Flügeltüren, das voraussichtlich 2016 ausgeliefert werden soll. Um die Kosten für Batteriezellen zu reduzieren, plant Tesla im US-amerikanischen Storey County, Nevada, eine Gigafabrik zur Massenproduktion mit einer Million Quadratmetern Fläche und 6.500 Mitarbeitern. Im Jahr 2017 soll diese ihren Betrieb aufnehmen. Der Tesla-Chef Elon Musk möchte damit ab 2020 Batterien mit einer Speicherkapazität von insgesamt 35 GWh produzieren und 500.000 Elektrofahrzeuge ausstatten können. Zur Stromversorgung der Gigafabrik sollen neben dem Fabrikgebäude auch noch ein Solar- und ein Windpark errichtet werden.

Kooperation mit und Kritik an der Konkurrenz

Tesla führt seit Juni mit BMW Gespräche über die gemeinsame Nutzung von Ladestationen (Tesla betreibt zurzeit ca. 20 „Supercharger“ in Deutschland) und seit kurzem auch über andere technische Details. Es wird vermutet, dass Tesla sich für die Herstellungsweise der Karosserien aus Karbonfaser und Kunststoff von BMW  interessiert. Obwohl Daimler und Toyota ihre Anteile an Tesla verkauft haben, gibt es wohl auch mit Daimler weiterhin eine Zusammenarbeit, was Technik angeht.

Musk kritisierte im Interview noch die Brennstoffzellen-Technik und bezeichnete sie als ineffizient. Mit Brennstoffzellen verbrauche ein Auto dreimal mehr Energie als ein batteriebetriebenes. Zudem gebe es starke Unterschiede in der Wasserstoff-Herstellung und die Herstellungsprozesse belasten die Umwelt. Letzteres ist allerdings auch bei der Batterieherstellung der Fall. Der Vorteil von Brennstoffzellen-Fahrzeugen ist dabei auch, dass es nur wenige Minuten dauert, ihren Tank zu füllen, während Elektrofahrzeuge (noch) wesentlich länger laden müssen.

Auch Plug-In-Hybridfahrzeuge hält er für sinnlos. Das sei wie ein Amphibienfahrzeug, nicht ideal im Wasser und nicht ideal an Land, erklärte er dem Spiegel.

Tanja Peschel

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