Pilotprojekt für Biomassevergasung

Das neue Verfahren des ZSW soll es ermöglichen, bei Temperaturen unter 700 °C Gas mit bis zu 70 Prozent Wasserstoff aus Biomasse zu gewinnen.<br/>
Grafik: ZSW
Das neue Verfahren des ZSW soll es ermöglichen, bei Temperaturen unter 700 °C Gas mit bis zu 70 Prozent Wasserstoff aus Biomasse zu gewinnen.
Grafik: ZSW

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden Württemberg (ZSW) hat das Verfahren entwickelt und im Dezember die Förderzusage der Landesregierung erhalten. Zu den Details der Finanzierung macht das ZSW allerdings noch keine Angaben. Die Pilotanlage mit einer Brennstoffleistung von 10 Megawatt soll in diesem Jahr gebaut werden und Strom und Wärme produzieren. Der Ort steht noch nicht fest, allerdings steht die Umgebung des Biosphärenreservats Schwäbische Alb hoch im Kurs.

Das Absorption-Enhanced-Reforming-Verfahren (AER) haben das ZWS, die Universität Stuttgart und andere Partner gemeinsam entwickelt. Als Rohstoff sollen hauptsächlich Holzhackschnitzel zum Einsatz kommen, aber auch Grünschnitt aus der Landschaftspflege soll seine Tauglichkeit beweisen.

Die Besonderheit: Der Einsatz von Absorbern im Vergasungsprozess ermöglicht es, den Wasserstoffgehalt des Rohgases zu steuern – von geringen Mengen Wasserstoff und viel Methan für die Einspeisung ins Gasnetz bis zu Wasserstoffgehalten von 70 %. Für die Einspeisung bzw. die Verwendung als Kraftstoff muss das Gas jedoch noch weiter aufbereitet werden.

Die Vergasungstemperatur liegt bei 650 bis 680 °C. So sollen auch sogenannte Restbiomassen verwertbar sein, wie z.B. Stroh, das bisher wegen seines niedrigen Ascheschmelzpunktes kaum thermochemisch verwertet werden konnte. Herkömmliche Verfahren zur Vergasung von Biomasse arbeiten in der Regel bei Temperaturen von 800 bis 900 °C.