Mit Biomasse in die europäische Zukunft

In der Europäischen Union sollen die erneuerbaren Energien bis 2020 insgesamt 20% des Primärenergiebedarfs decken. Rund 70% des EE-Anteils (also etwa 14% des Primärenergiebedarfs) soll die Bioenergie beitragen. Kyriakos Maniatis, Generaldirektion Energie und Verkehr der Europäischen Kommission, sagte deshalb in Berlin: »Es besteht kein Zweifel daran, dass die EU-Mitgliedsstaaten eine Vielzahl von Anreizen für die Nutzung von Bioenergie einführen werden, um ihre nationalen Klimaschutzziele zu erreichen«. In einer Strategiedebatte diskutierten Politiker, Industrielle und Forscher über Biomassenutzung, Markt und zukünftige Energieversorgung. Hermann Scheer (SPD-MdB) setzte sich für die staatliche Förderung reiner Biokraftstoffe anstatt der Beimischung (Biodiesel) ein. Er warnte auch vor dem »grünen Kapitalismus«. Der entstehe, wenn Bioenergie aus Ländern importiert wird, wo »ökologisch schädlicher Anbaubedingungen zunehmen und die natürlichen Nährstoffkreisläufe nicht zustande kommen, die für eine ökologische Bioenergie-Nutzung unerlässlich sind«, so Scheer. Hans-Josef Fell (MdB der Grünen) forderte von der Bundesregierung weiter auf die Steuerbegünstigung von Biokraftstoffen zu setzen. »Daneben gilt es nun, der Ankündigung Taten folgen zu lassen und ein Wärme-Gesetz für erneuerbare Energien einzuführen. Davon würden auch die Bioenergien profitieren«, ergänzte Fell.