Mehr Energie aus dem Biogasprozess

Größte Bioerdgasanlage Europas

Foto: Schmack Biogas AG
Größte Bioerdgasanlage Europas Foto: Schmack Biogas AG

Mit neuen Methoden und neuer Technologie bis zu 50 % mehr Energie aus dem Biogasprozess zu holen, ist ein Ziel der Forscher an der Universität Hohenheim. Neue Maßstäbe soll die erste Biogas-Forschungsanlage setzen, die jetzt nach Angabe der Hochschule im baden-württembergischen Endingen in Betrieb gegangen ist und einen Kristallisationspunkt der Forschungsaktivitäten zur Bioenergie in Baden-Württemberg bilden soll. Die Anlage mit einer elektrischen Leistung von 190 kW und einer thermischen Leistung von 220 kW besteht aus zwei Fermentern und einer 923 m3 großen Nachgäranlage. Täglich verwertet sie 7.300 kg Flüssigmist, 3.500 kg Festmist und 5.600 kg nachwachsende Rohstoffe wie Silomais, Hirse, Grünroggen und Gras. Die rund 2,5 Mio. € teure Forschungsanlage steht auf dem Gelände der Versuchsstation für Tierhaltung, Tierzüchtung und Kleintierzucht am Unteren Lindenhof und beheizt mit der Abwärme Ställe, Bürogebäude und Wohnungen des Hochschul-Standorts.

„Die Technik zur Produktion von Biogas hat zwar bereits ein gewisses Niveau erreicht, aber trotzdem gibt es noch ein enormes Verbesserungspotenzial“, erklärt Thomas Jungbluth vom Institut für Agrartechnik. Fortschritte erhoffen sich die Wissenschaftler unter anderem von Online-Messtechnik und neuen Computermodellen, mit denen sich Prozesse in der Anlage besser untersuchen lassen sowie von neuen Energiepflanzenzüchtungen, neuen BHKW-Motoren und neuen Verfahren zur Gasreinigung, mit deren Hilfe Biogas als Erdgas oder Kraftstoff genutzt werden kann.