Daimler und VW beteiligen sich an Choren

Die Verträge wurden im Oktober unterzeichnet. Hauptziel des Engagements der beiden Unternehmen ist die Beschleunigung der Markteinführung der zweiten Generation von BtL-Krafstoffen (biomass to liquid). Im Gegensatz zu Biodiesel werden BtL-Kraftstoffe nicht aus Pflanzenöl hergestellt, sondern aus fester Biomasse wie Holz, Stroh oder Bioabfall synthetisiert. Damit ist der Ertrag pro Hektar höher als bei Biodiesel.

Daimler und VW untersuchen seit 2002 zusammen mit Choren Einsatzmöglichkeiten, Wirtschaftlichkeit und Energiebilanz von BTL-Kraftstoffen. Prof. Herbert Kohler, bei Daimler verantwortlich für Fahrzeuge, Motor und Triebstrang in der Konzernforschung und Vorentwicklung sowie Umweltbevollmächtigter: »Wir testen BtL bereits seit 2003 im Alltagsbetrieb unserer Fahrzeuge und konnten die Vorteile des Kraftstoffs beim Betrieb in unseren Dieselmotoren nachweisen.« Zur genauen Höhe der Beteiligung sei Stillschweigen vereinbart worden. Auch gemeinsam kämen Daimler und VW aber nicht auf die Mehrheit, erklärte eine Choren-Sprecherin in Freiberg.

Bereits seit 2005 ist der Ölkonzern Shell als Minderheitsgesellschafter an Choren beteiligt. Die übrigen Anteile halten nach Unternehmensangaben Privatpersonen wie Firmengründer Bodo Wolf und Geschäftsführer Tom Bladew. Das Unternehmen beschäftigt rund 230 Mitarbeiter. Choren baut derzeit am Standort Freiberg die weltweit erste kommerziell betriebene BtL-Anlage. Diese soll ab 2008 jährlich zirka 18 Mio. L BTL-Kraftstoff produzieren. Diese Menge entspricht nach Unternehmensangaben dem Jahresbedarf von bis zu 15.000 PKW. Choren plant darüber hinaus die Errichtung einer ersten industriellen Großanlage in Deutschland mit einer Produktionskapazität von 200.000 t (250 Mio. L) im Jahr. Eine Entscheidung über den Standort soll bis zum Jahresende fallen.