Choren fährt seine Biosprit-Produktion an

Zum Produktionsstart ließ sich Bundeskanzlerin Angela Merkel von CEO Tom Blades das Verfahren erklären. Foto: Choren
Zum Produktionsstart ließ sich Bundeskanzlerin Angela Merkel von CEO Tom Blades das Verfahren erklären. Foto: Choren

»Während der nächsten Monate wird die Beta-Anlage angefahren. Parallel arbeiten wir an einem Konzept für die erste BtL-Anlage im industriellen Maßstab, die mit einer jährlichen Produktionsleistung von 270 Mio. L synthetischen Biokraftstoffs im brandenburgischen Schwedt
entstehen soll«, sagt Choren-CEO Tom Blades. Der Produktionsstart dort könnte 2012/2013 erfolgen. Der gesetzliche Rahmen, der für die Biokraftstoffe der ersten Generation geschaffen wurde, sei aber nur bis 2015 definiert und damit zu kurz.
Die Fertigstellung der sogenannten Beta-Anlage hatte sich mehrfach verzögert, zuletzt aufgrund von Lieferengpässen (siehe SW&W 4/2008, Seite 12). Die sogenannte Beta-Anlage soll einmal 15.000 Tonnen Biomass-to-Liquid-(BtL)-Kraftstoff jährlich erzeugen.
Insgesamt wurden 100 Mio. € investiert. Der Freistaat Sachsen hat die Forschung und Entwicklung der Choren Industries GmbH bislang mit 35 Mio. € unterstützt. Auch Privatpersonen aus dem Umfeld der Hamburger Lichtblick-Gruppe, die derzeit der größte Gesellschafter von Choren ist, haben sich finanziell engagiert.
Eine bis zu 90 %ige Reduktion der Treibhausgase, keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion und ein höheres Leistungsvermögen im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen seien die wichtigsten Merkmale des synthetischen Biokraftstoffes, sagt Blades. An der Entwicklung und Vermarktung sind Shell, Daimler und Volkswagen als Partner und Shareholder beteiligt. Die beiden Automobilkonzerne haben den BtL-Dieselkraftstoff, der schon seit einigen Jahren mit einer Pilotanlage in Freiberg hergestellt wird, bereits umfassenden Flottenversuchen unterzogen.
Die Produktionsanlage besteht aus zwei Teilen – dem Carbo-V-Vergaser, in dem Synthesegas erzeugt wird, und der Fischer-Tropsch-Synthese, die dieses Gemisch aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff zu Kraftstoff umwandelt.
Anke Müller