Biogaseinspeisung im großen Stil

Die vier Fermenter mit dazugehörigen Technik- und Speichergebäuden liefert die Firma Envitec. Im Nassfermentationsverfahren soll die Anlage ca. 30.000 Tonnen Gülle, Getreide und Maissilage jährlich verarbeiten. Die Rohstoffe dafür bauen Landwirte in der Umgebung an. Der anfallende Gärrest wird als Flüssigdünger auf den Feldern ausgebracht.

Die Umwandlung des Biogases in Bioerdgas geschieht in einem Verfahren mit Hilfe der Druckwasserwäsche. So werden Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff in Wasser gebunden und abgetrennt. Zurück bleibt ein Gas, das zu 97% aus Methan besteht. Die Anlage hierzu stammt von dem schwedischen Unternehmen Malmberg. Im Anschluss wird Propangas zugeführt, um den Brennwert des Biomethans an den von Erdgas anzugleichen. Schließlich muss noch der Gasdruck auf 16 bar erhöht und der spezifische Erdgasgeruch beigemischt werden. Dann kann das Biomethan in das Netz eingespeist werden.

Abnehmer des Bioerdgases ist die Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH (Mitgas). Im Oktober dieses Jahres soll die Anlage in Betrieb gehen. Das Projekt ist das erste von fünf Biomethananlagen, die sich bei Agricapital derzeit im Bau beziehungsweise in der Planung befinden. Das Unternehmen betreibt zurzeit 27 Biogasanlagen in Deutschland. Dabei handelt es überwiegend um standardisierte Anlagen in der Leistungsklasse von 500 kW elektrisch.

Einer Studie des Instituts für Umwelt und Energetik, Leipzig, im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion zufolge könnte Biogas das Erdgas in der gesamten Europäischen Union ersetzen. Dabei geht das Institut davon aus, dass alle landwirtschaftlichen Flächen, die nicht für die Lebensmittelproduktion nötigt sind, zur Produktion von Biogas verwendet werden. Zudem wird zusätzlich zur bisher gängigen Vergärung noch die Vergasung von Biomasse zu so genanntem Synthetic Natural Gas (SNG) einbezogen.