Biogas verlässt die Scholle

Im Künstlerdorf Worpswede bei Bremen wird auch Biogas produziert.<br>
Foto: Schmack Biogas AG/Herbert Stolz
Im Künstlerdorf Worpswede bei Bremen wird auch Biogas produziert.
Foto: Schmack Biogas AG/Herbert Stolz

Eine Branche, drei Dimensionen: In Basdahl bei Bremervörde betreibt Landwirt Johann Dücker seit 1995 ein 22-kWel-BHKW mit Biogas. Hierfür hat sich der heute 71-Jährige 1994 mit zehn anderen Landwirten zur Biogasgruppe Bremervörde zusammen getan. Dücker denkt noch gern daran zurück: »Wir haben uns gegenseitig geholfen. Das hat mir gefallen. Gemeinsam sind wir stark.«

600 Kilometer weiter südlich, in Seckach im Neckar-Odenwald-Kreis, hat Landwirt Reiner Wetterauer seit kurzem eine neue Aufgabe. Der 45-Jährige ist Geschäftsführer der Biogas Seckach und betreibt zusammen mit der Münchner Green City Energy eine Biogasanlage mit 536 kW elektrischer Leistung. »Eine eigene Anlage hätte ich nicht gebaut«, sagt Wetterauer. »Da wäre mir das Risiko zu groß gewesen«. Auf dem Familienbetrieb bewirtschaftet er 200 ha Ackerland und nennt 60 Kühe sein eigen.

In Jüteborg in Brandenburg denkt man schon wieder in ganz anderen Dimensionen. Hier soll im April eine Biogasanlage mit 1,79 MW elektrischer Leistung in Betrieb gehen. Die Anlage ist ein Projekt der Conergy-Töchter Epuron und Suntechnics. Die Landwirte, die jährlich rund 24.500 Tonnen Schweinegülle und 31.500 Tonnen Maissilage beisteuern sollen, sind reine Zulieferer. »Die Fremdfinanzierung ist abgeschlossen. Das Eigentum soll komplett an einen Investor gehen«, sagt Yvonne Deters, PR-Managerin bei Epuron.