Biogas Nord fördert Forschung an der Universität Bielefeld

Unter der Leitung von Olaf Kruse forscht die Fakultät für Biologie daran, wie aus Mikroalgen Biowasserstoff gewonnen werden kann. Der Photobioreaktor, der nun in Kooperation mit dem Institut für Bio- und Lebensmitteltechnik der Universität Karlsruhe entstehen wird, soll die Rahmenbedingungen für die Konstruktion eines profitablen größeren Reaktors schaffen. Das finanzielle Engagement des Biogasanlagenherstellers ist die Fortsetzung einer seit 2006 bestehenden Zusammenarbeit zwischen Biogas Nord und Professor Kruse auf dem Gebiet der Bioenergieforschung.

»Die Herstellung von Biowasserstoff aus Mikroalgen ist ein eleganter Weg der direkten Umwandlung von Sonnenlichtenergie in eine speicherbare Energieform«, so Kruse. Die Technik basiert darauf, dass einige Algen bei der Photosynthese neben Sauerstoff auch Wasserstoff produzieren. Durch genetische Veränderungen ist es Kruses Team gelungen, der einzelligen Grünalge Chlamydomonas reinhardtii besonders viel Wasserstoff zu entlocken: 1 L natürlicher Algen produziert etwa 100 ml Wasserstoff, die genetisch veränderte Variante dagegen kommt inzwischen auf rund 750 ml. Ökonomisch rentabel ist die Nutzung der Algen aber erst, wenn die Umsetzung des Sonnenlichts in Wasserstoff einen Wirkungsgrad von 7 bis 10 % erreicht. Die Wildformen schaffen gerade einmal
0,1 %, die »Turbo-Alge« immerhin 2,0 bis 2,4 %. »Das Ziel ist, in fünf bis acht Jahren die zehn Prozent zu schaffen«, so der Biologe.