Biogas aus Bierresten

Forscher des Wissenschaftszentrums Weihenstephan an der TU München haben den mit 50.000 € dotierten E.on Bayern-Umweltpreis gewonnen. Die Jury zeichnete vor allem die professionelle und wissenschaftlich fundierte Ausarbeitung des Konzepts aus, aus Reststoffen wie Malz-Treber, der bei der Bierproduktion anfällt, erneuerbare Energie zu produzieren.

Die in der Biogas-Versuchsanlage eingesetzten Abfallprodukte aus der Getränke- und Nahrungsmittelherstellung werden laut E.on zurzeit hauptsächlich durch Verfütterung »entsorgt«. Diese Maßnahme werde allerdings mehr und mehr verboten, da die Stoffe häufig verunreinigt seien. Auch die Kompostierung und Deponierung ist aufgrund der Emissionen problematisch. Das Wissenschaftszentrum Weihenstephan hat nach einem alternativen und gleichzeitig wirtschaftlichen Entsorgungsweg gesucht und arbeitet in Laborversuchen sowie an einer Versuchsanlage zwischen Labor- und Industriemaßstab an der Verwertung der Reststoffe.

In der Versuchsanlage werden die Abfallprodukte mechanisch zerkleinert, analysiert und vergoren, wobei vor allem eine schnelle Vergärungszeit über die Wirtschaftlichkeit der Anlage entscheidet: Bislang hätten die Forscher durch hohe Zerkleinerung und optimierte mikrobiologische Zusammensetzung die Abbauzeit von anfangs 70 auf zwölf Tage reduzieren können. Mit dem aus Reststoffen erzeugten Biogas sollen Betriebe bis zu 25 % ihres bisherigen Brennstoffbedarfs ersetzen können. Das Einsparpotenzial der Unternehmen liegt dann nach Angabe von E.on bei 1 % des Umsatzes.