Spanien kehrt mit Tiefstpreisen in Windenergie zurück

18.05.2017

Bei Spaniens letzter Auktion für Erneuerbare war die Windenergie der große Gewinner. Der Löwenanteil der ausgeschriebenen 3 GW geht an Windprojekte. Hierbei lagen die Gebote mit 43 /GWh an der Untergrenze dessen, was das Verfahren vorsieht und so niedrig wie noch nie zuvor in Europa.

"Die Ausschreibungsergebnisse zeigen, dass Onshore-Windkraft heutzutage die günstigste Option bei der Stromerzeugung ist. Einige mögen denken, dass Windenergie keiner Subventionen mehr bedarf, allerdings muss man bei dieser Auktion auch bedenken, dass sie ein garantiertes Minimaleinkommen sichert und so Investoren angezogen werden konnten", erklärt der CEO von WindEurope, Giles Dickson. Es gehe weniger um die eigentlichen Subventionen, als um die stabilisierende Wirkung von zugesicherten Vergütungen, die das Risiko für Investoren verringern.

Die Reaktion der Branche auf die Ausschreibungsergebnisse ist durchaus positiv, senden sie nach Jahren des Stillstands in Spanien doch ein deutliches Signal. Die Kürzungen bei der Einspeisevergütung aus dem Jahr 2013 hatten eine Lähmung hervorgerufen, die angesichts der EU-Klimaziele überaus riskant war. Um nun noch die Ziele der Europäischen Union für das Jahr 2020 zu erreichen muss schnell die Entwicklung weiterer Kapazitäten folgen.

"Die Ausschreibung ist ein wichtiger Schritt um das Vertrauen in den Spanischen Windenerge-Markt wiederherzustellen. Es gilt allerdings immernoch eine gewisse Strecke zurückzulegen", erklärt Dickson weiter. Spanien müsse davon abrücken alle vier Jahre seine eigenen Handlungsgrundlagen zu ändern und dadurch Betreibern und Projektentwicklern die Planungssicherheit zu nehmen. Entscheidend sei, dass die spanischen Behörden Transparanz im Bezug auf zukünftige Ausschreibungsvolumina herstellen. Dies wirke sich nicht nur positiv auf den Energiesektor, sondern auch auf die Beschäftigung und die allgemeine Wirtschaftslage des Landes aus, so der WindEurope-Chef.

Philipp Kronsbein / WindEurope

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