Senvion will 780 Stellen abbauen

Senvion will 780 Stellen abbauen (Foto: Senvion)
Senvion will 780 Stellen abbauen. (Foto: Senvion)
13.03.2017

Senvion hat angekündigt, rund 780 Arbeitsplätze abzubauen. Überwiegend betroffen sind die Fabriken in Husum, Tampe und Bremerhaven. Die Entlassungen sind Bestandteil eines „exteniven Programms“, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Geschäftsführung will sich mit Arbeitnehmervertretern so rasch wie möglich treffen und in Verhandlungen eintreten.

In einer heute von Senvion veröffentlichten Pressemitteilung heißt es, das Unternehmen habe eine Initiative gestartet, durch die „die Kosten in allen Unternehmensbereichen überprüft, Überkapazitäten in der Produktion abgebaut und gleichzeitig in Forschung und Entwicklung, neue Technologien sowie nachhaltig in die Qualität der Produkte und Serviceleistungen investiert” werden soll. Senvions „Zukunftsprogramm“ ist Teil der Gesamtstrategie des Unternehmens, die das Management bei der Vorlage der Ergebnisse für das Jahr 2016 vorstellen wird. Bereits zum Börsengang hatte das Unternehmen angekündigt, die operative Leistung verbessern zu wollen.

Das Programm zielt darauf ab, Senvion in einem schwierigen Marktumfeld mit starkem Preisdruck sowie einer Verschiebung der Absatzmärkte in Richtung der Wachstumsregionen Südamerika und Asien auf nachhaltiges profitables Wachstum auszurichten. Der Vorstand der Senvion S.A. will durch die Umstrukturierung jährlich 40 Millionen Euro einsparen.

"Wir stellen mit dem Programm die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens.", sagt CEO Jürgen Geißinger. "Der Stellenabbau ist leider unvermeidlich, um das Unternehmen als Ganzes mit seinen dann rund 4.100 Arbeitsplätzen zukunftsfähig zu erhalten. Senvion hat in den vergangenen beiden Jahren bereits vieles erreicht ¬ neue Produkte entwickelt, Abläufe verbessert und nötige Investitionen getätigt. Mit diesem Schritt stellen wir nun die Weichen für unser globales Wachstum in den nächsten Jahren." Geißinger verwies darauf, dass sich der deutsche Windmarkt von über 500 MW installierter Leistung im Rekordjahr 2015 auf nunmehr 2,8 GW fast halbiert habe und die Preise in den vergangenen Jahren um etwa 40 % gesunken seien.

"Wir sehen die Effizienzsteigerungen als einen der Kernfokuspunkte für eine erfolgreiche Zukunft. Die angekündigten Änderungen sind hart, aber ein erforderlicher Schritt", fügt Senvion CFO Manav Sharma hinzu. Senvion betreibt Turbinen-Fertigungen in Husum, Trampe, Bremerhaven und in Portugal. Die Anlagen werden im Senvion TechCenter in Osterrönfeld konstruiert, das im Zusammenhang mit den geplanten Entlassungen nicht genannt wird.

Von den 253 betroffenen Mitarbeitern der Rotorblattfertigung PowerBlades GmbH in Bremerhaven will das Unternehmen Angestellte in die Gondel-Fertigung übernehmen. Rotorblätter sollen künftig in Portugal gefertigt werden. In der Produktion in Husum sollen 100 Mitarbeiter direkt betroffen sein. Zudem soll rund 120 Mitarbeitern aus dem Service angeboten werden, an den Standort Schleswig zu wechseln. Dort sollen gegenwärtig 10 Mitarbeiter beschäftigt sein.

Die IG Metall hat auf die Ankündigung umgehend reagiert. "Massenentlassungen und die Schließung von nahezu allen Produktionsstandorten in Deutschland bringen das Unternehmen nicht voran“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Gefordert ist stattdessen ein nachhaltiges Konzept mit Produkten, die auf dem Markt Erfolg haben und mit denen die durch die EEG-Reform erzeugten Verwerfungen in Deutschland abgefedert werden können.“ Olivier Höbel, IG Metall Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, ergänzte: „Aus Renditeerwägungen, getrieben vom Finanzmarkt zwei produktiven und erfolgreichen Standorten in Eberswalde und Trampe in Ostbrandenburg mit Schließung zu drohen, macht keinerlei Sinn.“

Volker Buddensiek / Senvion

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