Nachholeffekte sorgen für Offshore-Rekord

2015 war ein Rekordjahr für die Offshore-Windenergie in Deutschland. Nachholeffekte verzerren dabei aber das Bild. (Grafik: Stiftung Offshore)
2015 war ein Rekordjahr für die Offshore-Windenergie in Deutschland. Nachholeffekte verzerren dabei aber das Bild. (Grafik: Stiftung Offshore)
18.01.2016

2015 gingen in Deutschland Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 2.282 MW neu ans Netz. Das entspricht den Anfang 2015 geäußerten Erwartungen, wird aber vorerst ein einmaliger Rekord bleiben, denn er beruht auf Nachholeffekten durch vorausgegangene Probleme bei der Netzanbindung.

Vergangenes Jahr speisten in Deutschland 546 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 2.282 MW erstmals Stroms ins Netz ein. Damit waren zum 31. Dezember 2015 insgesamt 792 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 3.295 MW am Netz. Diese Zahlen hat die Deutsche WindGuard in ihrem „Status der Offshore-Windenergie in Deutschland“ im Auftrag von Arbeitsgemeinschaft Offshore-Windenergie (AGOW), Bundesverband WindEnergie (BWE), Stiftung Offshore-Windenergie, VDMA Power Systems und Windenergie-Agentur WAB ermittelt.

Demnach wurden weitere 41 Anlagen mit 246 MW Leistung vergangenes Jahr vollständig errichtet, warteten aber Ende 2015 noch darauf, ans Netz angeschlossen zu werden. 122 Fundamente waren darüber hinaus bereit für die Installation der Windenergieanlagen, die nun 2016 folgen soll.

Laut der AG Energiebilanzen wurden im Jahr 2015 auf See über 8 TWh Strom produziert. Dies entspricht dem Strombedarf von über 2 Mio. Haushalten oder etwa 1,4 % der Bruttostromversorgung in Deutschland.

Die Offshore-Windenergiebranche bewertet den ungewöhnlich hohen Zubau des zurückliegenden Jahres als Ausnahmeerscheinung. Das führt sie darauf zurück, dass es bei der Fertigstellung von Offshore-Netzanschlüssen seit 2013 zu Problemen und Verzögerungen gekommen war, die sich erst im vergangenen Jahr auflösen konnten. Für 2016 prognostiziert die Branche einen Zubau von rund 700 MW. „Jedoch erst ein kontinuierliches jährliches Ausbauvolumen von mindestens 900 MW ab 2021 würde die Grundlage dafür bilden, die Kosten der Offshore-Windenergie zu senken, Wertschöpfung und Industrieproduktion in Deutschland zu sichern und langfristig einen wirkungsvollen Beitrag zur Versorgungssicherheit zu leisten“, so lautet die einhellige Branchenmeinung.

Katharina Garus / Stiftung Offshore

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