Markt wächst gegen den Trend

Wie das deutsche Windenergie-Institut (Dewi) ermittelte, wurden im Jahr 2006 insgesamt 1.208 Windenergieanlagen mit insgesamt 2.233 MW errichtet, das sind 24% mehr als im Vorjahr (1.808 MW). In der angegebenen Anzahl und Leistung ist das Repowering bereits berücksichtigt. Im vergangenen Jahr wurden 79 Windenergieanlagen (26 MW) abgebaut und durch 55 Anlagen (136 MW) ersetzt. Das Repowering macht demnach 6% des Gesamtmarktes 2006 aus. Insgesamt waren am 31.12.2006 in Deutschland 18.685 Windenergieanlagen mit 20.622 MW Leistung am Netz.

Bundesverband Windenergie (BWE) und VDMA Power Systems stellten die Zahlen am 16. Januar in Berlin vor. »Rund 2,9 Mrd. € wurden in Deutschland in neue Windparks investiert«, stellte BWE-Präsident Peter Ahmels fest. Den größten Zuwachs gab es in den Bundesländern Brandenburg (509 MW), Niedersachsen (378 MW), Sachsen-Anhalt (340 MW) und Rheinland-Pfalz (182 MW).
Weil die Monate August bis Dezember überdurchschnittlich windreich waren, konnten die Betreiber trotz eines insgesamt schwachen Windjahres mit der Stromproduktion einen neuen Rekord erzielen. Insgesamt produzierten die deutschen Windenergieanlagen 30,6 TWh (30,6 Mrd. kWh). Die Windenergie deckt damit bereits 5,7% des deutschen Stromverbrauchs. In einem durchschnittlichen Windjahr (das allerdings seit Jahren auf sich warten lässt) sind sogar 7% möglich.

»Hersteller und Zulieferer haben ihre Produktionskapazitäten erweitert und konnten ihre Fertigung in Deutschland 2006 um teilweise über 50% steigern«, berichtete Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems. Wachstumstreiber waren erneut Exportmärkte in Europa, Nordamerika und Asien. Herdan schätzt den im vergangenen Jahr erfolgten weltweiten Zubau auf rund 15.000 MW. Auch das ist ein Rekord.