Interessenausgleich und Sozialplan bei Siemens Gamesa in Deutschland

20.04.2018

Nachdem Siemens Gamesa bereit im November ein weltweites Restrukturierungsprogramm angekündigt hatte, einigten sich nun die deutsche Unternehmensführung mit den Arbeitnehmervertretern auf einen Interessenausgleich und Sozialplan. Der nach Ansicht der Führung notwendige Arbeitsplatzabbau soll sozialverträglich gestaltet werden und im Zeitraum bis Ende November 2019 erfolgen. Die neu errichtete Fabrik für Offshore-Maschinenhäuser in Cuxhaven ist von den Plänen zum Arbeitsplatzabbau nicht betroffen.

Mit dem im vergangenen Jahr angekündigten Restrukturierungsprogramm reagiert das Siemens Gamesa auf den verschärften Wettbewerb in der Windindustrie. In allen Tätigkeitsfeldern spüre das Unternehmen einen starken Kostendruck, wie mitgeteilt wurde. Der Windspezialist will daher in allen Geschäftsbereichen die Kosten senken. Im deutschen Markt wirke sich insbesondere das Ausschreibungsmodell negativ aus. Um seine Position im Markt langfristig zu sichern, will Siemens Gamesa mit Einsparungen beim Einkauf und der Optimierung von Abläufen in der Fertigung und Verwaltung seine Wettbewerbsfähigkeit stärken. Der Abbau von Arbeitsplätzen ist ein weiterer, zentraler Bestandteil der im vergangenen Jahr bekannt gegebenen weltweiten Restrukturierung. In mehreren europäischen Ländern sowie in den USA und Kanada hat das Unternehmen bereits Einschnitte vorgenommen.

„Uns ist bewusst, dass es sich bei der vereinbarten Personalanpassung um einen harten Einschnitt für die betroffenen Mitarbeiter handelt. Der mit den Arbeitnehmervertretern erzielte Interessenausgleich und Sozialplan sieht eine möglichst sozialverträgliche Lösung vor“, sagt Marc Becker, Geschäftsführer bei Siemens Wind Power GmbH & Co. KG, der von den Personalanpassungen betroffenen Unternehmenseinheit von Siemens Gamesa in Deutschland. „Deutschland ist und bleibt ein wichtiger Standort von Siemens Gamesa. So bleibt Hamburg etwa zusammen mit dem dänischen Vejle Zentrale für unser weltweites Offshore-Geschäft.“

Siemens Gamesa hatte im November 2017 angekündigt, im Rahmen eines globalen Restrukturierungsprogramms bis zu 6.000 Stellen in 24 Ländern weltweit abzubauen. Der nun erzielte Interessenausgleich und Sozialplan ist Teil dieses Restrukturierungsprogramms. Der Kosten-und Preisdruck betrifft zahlreiche Anbieter der Windbranche im In-und Ausland. Er geht mit einer fortlaufenden Senkung der Stromgestehungskosten einher, die schon in wenigen Jahren regenerative Energie ohne zusätzliche Förderung ermöglicht.

Siemens Gamesa / Philipp Kronsbein