Freie Bahn für den Verkauf von Windwärts

Der Insolvenzverwalter der Windwärts Energie GmbH strebt einen baldigen Verkauf des Unternehmens an.
Foto: Windwärts
01.08.2014

Die Gläubigerversammlung hat den Weg frei gemacht für einen Verkauf der insolventen Windwärts Energie GmbH. Mit drei Investoren laufen Verhandlungen. Der Verkauf soll noch im September unter Dach und Fach gebracht werden.

Am 31. Juli versammelten sich 168 Gläubiger der Windwärts Energie GmbH in Hannover-Laatzen zum Berichts- und Prüfungstermin, um sich über das noch vorhandene Vermögen der Windwärts Energie GmbH zu informieren. Der Projektentwickler hatte am 7. Februar Insolvenz angemeldet, nachdem sich die Realisierung mehrerer Windparkprojekte verzögert hatte und dadurch ein finanzieller Engpass entstanden war.

Ausgelöst wurde die Insolvenz durch die Unfähigkeit, das 2006 ausgegebene und zum 31.12.2013 fällige Genussrecht zurückzuzahlen. Die Schulden, die Windwärts bei Banken und Lieferanten hat und die Insolvenzverwalter Volker Römermann auf 7,7 Mio. € bezifferte, sind nicht einmal das größte Problem des Projektentwicklers, sondern die zwischen 2006 und 2013 platzierten Genussrechte, deren Höhe sich auf 21,2 Mio. € summiert hat.

Der Insolvenzverwalter strebt eine schnelle Lösung an, denn die Zahlung der Löhne und Gehälter ist nur noch bis einschließlich Oktober gesichert. „Die erfolgreiche Fortführung des Unternehmens ist in allen Bereichen möglich“, versprach Römermann. Er verhandelt mit drei ausgewählten Investoren, die Windwärts kaufen „und nicht grundsätzlich etwas ändern wollen“ – also keine Zerlegung der Firma beabsichtigen. Der Verkauf soll möglichst noch im September unter Dach und Fach sein.

Wenn der von Römermann angestrebte Verkaufspreis erzielt wird, bleiben unter dem Strich 15,5 Mio. € übrig, sodass die Forderungen der Banken und Lieferanten zu 100 % erfüllt werden könnten. Für die rund 1.600 Genussrechtsgläubiger blieben 7,8 Mio. € übrig, sodass sie auf zwei Drittel ihrer Forderungen verzichten müssten. Die 65 anwesenden stimmberechtigten Gläubiger bestätigten den Insolvenzverwalter im Amt und votierten dadurch für die schnelle Abwicklung.

Deshalb ist eine Umwandlung der Genussrechte in Unternehmensanteile, wie von einigen Anwesenden vorgeschlagen, nicht möglich. Den nicht stimmberechtigten Genussrechtsgläubigern bleibt nur die Hoffnung, dass Windwärts so teuer wie möglich verkauft wird, sodass sie wenigstens ein Drittel ihrer Forderungen erhalten.

Detlef Koenemann