Forschungsverbund will Nutzungskonflikte auf See ausräumen

27.02.2018

In der starken Nutzung der südlichen Nordsee mit Offshore-Windkraft, Schifffahrt, Fischerei und ähnlichem schlummern potenzielle Konflikte, nicht nur mit der Natur, sondern auch zwischen den einzelnen menschlichen Nutzungen. Ein vom BIS Bremerhaven unterstütztes Forschungsprojekt des Thünen-Instituts und des Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, sowie der WindMW Service GmbH soll hier Abhilfe schaffen.

Die südliche Nordsee, inklusive der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone, weist eine hohe Dichte an menschlichen Nutzungen, wie Offshore-Windkraft, Schifffahrt, Fischerei, Sand- und Kiesentnahme sowie einer größeren Anzahl an Meeresschutzgebieten auf. Der Ausbau von erneuerbarer Energie und Fischereimanagementmaßnahmen innerhalb der Natura2000 Schutzgebiete bergen ein erhöhtes Konfliktpotential zwischen den betroffenen Sektoren wie Fischerei oder Offshore-Windkraft. Bis heute finden sich kaum Raumplanungsbeispiele, bei denen die räumlichen Belange von etablierten Nutzungen wie Fischerei oder neuer Nutzungen wie Aquakultur berücksichtigt wurden.

Um diese Situation zu verbessern haben sich zwei renommierte Forschungseinrichtungen im Meeres- und Umweltschutz, das Thünen-Institut und das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, mit dem Windparkunternehmen WindMW Service GmbH zusammengeschlossen. Die BIS Bremerhaven unterstützt dieses Forschungsprojekt. Ebenso wird es aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

In dem gemeinsamen Forschungsprojekt will man mittels praktischer Erprobungen neues Wissen über die Co-Nutzung der Meeresgebiete liefern. Wichtige Punkte, auf denen das Augenmerk liegt, sind die Ausgestaltung von Sicherheitsmaßnahmen und Ökosystemverträglichkeit von passiver Fischerei und jeder Art von Aquakultur, sowie die ökonomischen Konsequenzen und mögliche Anreize.

Die ökologischen Grundlagen und geeignete Fangtechnik für eine nachhaltige passive Fischerei werden durch experimentelle Studien im Windpark Meerwind Süd/Ost erarbeitet. Für den Bereich Aquakultur wird eine Machbarkeitsstudie erarbeitet und ein lokales Vermarktungskonzept für nachhaltige Produkte entwickelt.

Das Projekt wird vom Thünen Institut für Seefischerei in Kooperation mit dem Alfred-Wegner-Institut und dem Windparkbetreiber WindMW Service GmbH durchgeführt und mit Mitteln des Bremer Umweltsenators aus dem Programm für Angewandte Umweltforschung (AUF) sowie

Philipp Kronsbein / BIS Bremerhaven