Europa installiert 2015 13 GW an neuer Windenergieleistung

Marktanteile der EU-Mitgliedstaaten für neue Windenergiekapazität in 2015 (MW). Insgesamt wurden 12,8 GW installiert. (Grafik: EWEA)
Marktanteile der EU-Mitgliedstaaten für neue Windenergiekapazität in 2015 (MW). Insgesamt wurden 12,8 GW installiert. (Grafik: EWEA)
09.02.2016

Nach Angaben der European Wind Energy Association haben die EU-Mitgliedsstaaten 2015 insgesamt 12,8 GW Windenergieleistung ans Netz gebracht. Fast die Hälfte aller neuen Windenergieanlagen wurde in Deutschland errichtet.

44 % der 2015 in Europa installierten Kraftwerksleistung stammen aus Windenergieanlagen. Mit insgesamt 12,8 GW brachten die 28 EU-Mitgliedsstaaten damit so viel Leistung über Windenergie ans Netz wie mit keiner anderen Energieerzeugungsart. Konkret wurden 9.766 MW an Land und 3.034 MW offshore installiert. Das Volumen der Neuinstallationen lag damit 6,3 % über dem von 2014.

Insgesamt sind in Europa jetzt 142 GW Windleistung am Netz. Sie decken 11,4 % des europäischen Strombedarfs. Alle erneuerbaren Energien zusammengenommen machten 2015 77 % der neuen europäischen Kraftwerkskapazitäten aus (22,3 GW von insgesamt 29 GW).

Giles Dickson, CEO der European Wind Energy Association (EWEA), sagt: „Diese Zahlen zeigen, dass Wind die treibende Kraft hinter der europäischen Energiewende ist. Windenergie ist eine reife Industrie. Sie ist ökonomisch sinnvoll und leistet einen wesentlichen Beitrag zu Europas Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit."


Die Investitionen in neue On- und Offshore-Windparks summierten sich im vergangenen Jahr auf 26,4 Mrd. €, ein Anstieg um 40 % gegenüber 2014. Sowohl die Onshore- als auch die Offshore-Windkraft erzielte dabei einen neuen Rekord. Mit 6 GW wurde 2015 fast die Hälfte aller neuen Windenergieanlagen in Deutschland errichtet. Das entspricht einem Marktanteil im europäischen Umfeld von 47 %. Polen war mit 1,3 GW und einem Marktanteil von 9,9 % der zweitgrößte Absatzmarkt.

"Wir haben 2015 eine starke Expansion in Deutschland gesehen und ein starkes Jahr für die Offshore-Windenergie. Aber das Wachstum weist ein geografisches Gefälle auf. Wir sind nicht so gut in den Ländern, in denen die Politik und die Regulierungen unklar und/oder unwirksam sind. Da gehen die Investoren und Entwickler woanders hin", sagte Dickson. Er fügte hinzu: "Nur sechs der 28 EU-Staaten haben klare Ziele bezüglich des Erneuerbare-Energien-Ausbaus nach 2020 festgelegt. Da sehen wir in einigen Schwellenländern mehr Ehrgeiz. Das macht ein Fragezeichen hinter das Bestreben der EU, die Nummer 1 in Sachen Erneuerbare sein zu wollen. Der Vorschlag der Kommission für eine neue Richtlinie zu erneuerbaren Energien ist eine Möglichkeit, die Mitgliedstaaten ohne nationale Ziele zu mehr Ehrgeiz zu bewegen."

Katharina Garus

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