In Eemshaven entsteht größter Windpark der Niederlande

Der Windpark Eemshaven, rund 15 km südlich von Borkum am äußeren Mündungstrichter der Ems gelegen, ist schon fast eine Art »Industriemuseum«. In der kurzen Geschichte der modernen Windenergienutzung gelten die an der Küstenlinie aufgereihten Windturbinen schon als Oldtimer.

Das gilt insbesondere für die 94 Anlagen des Typs Kenetech KVS-33 (362 kW), die als eine der ersten Großanlagen mit drehzahlvariablem Betrieb bekannt wurde. Die Kenetech Windpower Inc. musste 1996 Konkurs anmelden und konnte daher die damals recht fortgeschrittene Technologie nicht weiterentwickeln. Die 94 Kenetech-Anlagen in Eemshaven sind nun weit über zehn Jahre alt, ebenso wie die 40 Anlagen des Typs Micon (250 kW), und weil am Standort eine hohe mittlere Windgeschwindigkeit herrscht, die es mit moderner Technik auszunutzen gilt, wurde es Zeit für das Repowering.

Die Kenetech-Anlagen im Windpark Eemshaven leisteten insgesamt 34 MW, die Micon-Anlagen 10 MW. Aus diesen 44 MW sollen durch Repowering nun 264 MW werden.

Die Windenergie-Oldtimer wurden bereits entfernt. Im ersten Bauabschnitt werden zurzeit 21 Anlagen des Typs Vestas V90-3.0 aufgebaut, sie sollen im März einsatzbereit sein. Eigentümer der 3-MW-Windturbinen ist das Konsortium Growind.

Anschließend wird Enercon 67 Anlagen des Typs E-82 errichten. Das Besondere dabei ist die Generatorleistung. Standard für die E-82 ist 2 MW, doch die in Eemshaven errichteten Anlagen werden eine Nennleistung von 3 MW erreichen. Angesichts des relativ kleinen Rotordurchmessers (die Vestas V90 hat 8 m mehr) ist eine hohe Windgeschwindigkeit erforderlich, um diese Leistung zu erreichen.

Insgesamt 52 der 67 Enercon-Turbinen werden dem niederländischen Energieversorger Essent gehören, neun werden von Electrabel (Belgien) betrieben, und die übrigen sechs gehören anderen Eigentümern.

Der Ertrag soll sich durch das Repowering verzehnfachen. Die 134 alten Windturbinen (44 MW) erzielten eine mittleren jährlichen Ertrag von 80 GWh. Die 88 neuen Anlagen (264 MW) sollen 800 GWh jährlich ins Netz einspeisen.