Bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung offiziell erlaubt

Bedarfsgesteuerte Befeuerung statt Dauerblinken: Dank Radartechnik blinken die Lichter der Windkraftanlagen nur noch dann, wenn sich ein Luftfahrzeug nähert. (Foto: Enertrag)
Bedarfsgesteuerte Befeuerung statt Dauerblinken: Dank Radartechnik blinken die Lichter der Windkraftanlagen nur noch dann, wenn sich ein Luftfahrzeug nähert. (Foto: Enertrag)
30.09.2015

Seit 1. September müssen Windparks in Deutschland nachts nicht mehr dauerhaft blinken. Stattdessen dürfen nun Primär- und Passivradarsysteme für die bedarfsgesteuerte Kennzeichnung von Windenergieanlagen eingesetzt werden.

Mit Veröffentlichung der neuen „Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen“ (AVV) im Bundesanzeiger vom 1. September können nun alle Windparks in Deutschland vom nächtlichen Blinken befreit werden. Die wichtigste Änderung der AVV: Primär- und Passivradarsysteme dürfen für die bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung von Windenergieanlagen eingesetzt werden, sofern sie über eine Anerkennung der Deutschen Flugsicherung (DFS) verfügen. Die technischen Anforderungen an diese Systeme regelt der neue Anhang 6. Zudem wurden für Windenergieanlagen insbesondere Änderungen bei der Tageskennzeichnung, der Turmbefeuerung und bei der Ersatzstromversorgung beschlossen.

Das gemeinsam von Enertrag Systemtechnik und Airbus Defence & Space entwickelte airspex-Primärradarsystem wurde kurz nach Veröffentlichung der neuen AVV am 11. September von der Deutschen Flugsicherung final anerkannt. Projekte mit der airspex-Lösung sind damit gemäß aktuellen Vorschriften ohne Ausnahmegenehmigungen sofort umsetzbar. Die vorläufige Anerkennung erhielt airspex bereits im Jahr 2014 als erstes System seiner Art.

Das erste airspex-Projekt in Nordfriesland wird aufgrund des zuverlässigen Betriebs und der großen Akzeptanzwirkung noch in diesem Jahr von sechs auf 23 Windenergieanlagen erweitert. „Die Nachfrage nach dem airspex-System ist bereits jetzt sehr hoch. Wir sammeln gerade verbindliche Bestellungen für die erste Sensor-Charge ein. Wer im Rahmen dieser Charge seine Sensoren reserviert, wird Mitte 2016 die Befeuerung abschalten können. Aufgrund der enormen Nachfrage erweitern wir zudem gerade unsere Produktion, um den Kunden weiterhin möglichst annehmbare Lieferzeiten anbieten zu können“, sagt Thomas Herrholz, Geschäftsführer der Enertrag Systemtechnik.

Katharina Garus / Enertrag

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