Baubeginn im Offshore-Windpark Nordergründe

Das Seekabel wird vom Verlegeschiff über einen Spülschlitten an Land gezogen. Foto: Tennet
Das Seekabel wird vom Verlegeschiff über einen Spülschlitten an Land gezogen. (Foto: Tennet)
04.05.2016

Der erste Monopile ist gerammt - die Bauarbeiten am Windpark Nordergründe in der Nordsee haben gestern begonnen. Auch die Seekabelverlegung ist seit heute im Gang. „Wir freuen uns über den gelungenen Auftakt im Baufeld. Das Team hat exzellente Arbeit geleistet, sodass wir nach umfangreichen Vorbereitungen nun mit den Gründungsstrukturen beginnen konnten. Wir planen die Inbetriebnahme ebenfalls für Ende 2016“, so Achim Berge Olsen, Geschäftsführer der wpd offshore GmbH.

wpd ist für den Bau und Betrieb des 111-MW-Projektes verantwortlich. Insgesamt werden 18 Senvion-Anlagen des Typs 6.2M126 in der Wesermündung errichtet. Der Windpark entsteht in Wassertiefen bis zu 10 m innerhalb der 12-Seemeilen-Zone der deutschen Nordsee und liegt 15 km nordöstlich der Insel Wangerooge. Der Netzanschluss erfolgt über eine Einzelanbindung durch den Netzbetreiber Tennet.

Seekabelverlegung ebenfalls gestartet

Der Übertragungsnetzbetreiber hat heute mit der Verlegung 28 km langen des Seekabels begonnen, nachdem das Seekabel in das unter den Deich hindurchführende Leerrohr eingezogen worden war, teilte Tennet mit. Zunächst war die Kabeltrasse in der Nordsee auf magnetische Anomalien wie Altmunition aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht und geräumt worden, so das Unternehmen. Mitte März folgten die Vorbereitungen für die Seekabelverlegung. Nun beginnen die eigentlichen Verlegearbeiten.

Tennet liegt nach eigenen Angaben mit dem Bau dieses Offshore-Netzanschlusses voll im Zeitplan. Bis auch das Offshore-Umspannwerk des Windparks Nordergründe auf See errichtet ist, werde das letzte Stück des Seekabels im Windparkbereich etwa 15 km östlich von Wangerooge auf dem Meeresboden gelagert. Danach wird es an die Umspannplattform angeschlossen.

Alle Gewerke kommen aus Deutschland

Nordergründe ist laut wpd ein einzigartiges Vorhaben. Es sei das erste deutsche Offshore-Projekt überhaupt, dessen Gewerke ausschließlich von in Deutschland ansässigen und in der Nordwest-Region produzierenden Herstellern geliefert und installiert werden. Neben Senvion (Turbine) sind dies die Unternehmen Ambau (Fundamente), BVT (Umspannstation), NSW (Parkinterne Verkabelung) und Bilfinger (Installation). Die Finanzierung des Projektes war im Juni 2015 unter Beteiligung der Europäischen Investitionsbank und KfW IPEX geschlossen worden. Neben wpd agiert seit Ende letzten Jahres auch die Gothaer Versicherungsgruppe als Eigenkapitalgeber, teilte der Projektentwickler mit.

Landkabel liegt seit 2012

Das 4 km lange Landkabel war laut Tennet bereits 2012 verlegt worden. Es führt zum Umspannwerk nahe Inhausen, das hierfür 2013 entsprechend erweitert worden war.

Nordergründe ist das dritte Projekt innerhalb der Zwölf-Seemeilen-Zone Niedersachsens, in dem Tennet einen Netzanschluss für einen Offshore-Windpark in Drehstromtechnik realisiert, so das Unternehmen. Da der Windpark Nordergründe nur rund 30 km von der Küste entfernt ist, sei dies die technisch und wirtschaftlich effizienteste Lösung. Bei dem Anschluss handelt es sich um eine insgesamt 32 km lange 155-kV-Verbindung mit einer Kapazität von 111 MW.

Red / wpd / Tennet