EWE Offshore Service & Solutions wird von der German Wind Academy im ErstHelfer Offshore gemäß DGUV geschult

23.05.2018

Elsfleth – Die Arbeiten in Offshore Windparks erfordern ein hohes Maß an Sicherheit und Achtsamkeit, um alle Mitarbeiter in den Projekten zu schützen. Notfallsituationen können Verletzten/Erkrankten, aber auch Ersthelfern hohe körperliche Anstrengungen abverlangen, unter Umständen sind sie außergewöhnlichen Temperaturen, Rauch, engen Räumen und kaltem Wasser ausgesetzt. Durch die großen Entfernungen der Offshore-Windparks vom Festland, die Weitläufigkeit der Windparks, aber auch durch die schwierigen Zugangsbedingungen kann es bis zum Eintreffen eines Rettungsdienstes zwischen 60 und 90 Minuten dauern; je nach Wetterbedingungen (Sturm, Sicht oder Wellengang) kann sich diese Zeit auch noch verlängern. Diese Zeitspanne gilt es durch Erste-Hilfe-Maßnahmen zu überbrücken.

Die Mitarbeiter der EWE Offshore Service & Solutions (EWE OSS) müssen auch medizinische Trainings gemäß der Vorgaben der DGUV absolvieren, bevor sie ihre Tätigkeiten Offshore fortsetzen. Durch ein couragiertes, aber stets fachmännisches Handeln gilt es, Gefahrensituationen schnellstmöglich abzuwehren, die Rettungskette genauestens einzuhalten und im Notfall den Kollegen medizinisch zu betreuen. Im Training „Ersthelfer Offshore“ – Erste Hilfe in Offshore-Windparks – der German Wind Academy (GWA) und der Johanniter-Unfall-Hilfe üben die Mitarbeiter der Firma EWE OSS die richtige Versorgung und Rettung verletzter Kollegen in Notfallsituationen auf Windenergieanlagen und Plattformen. Diese Anforderungen können im Training mit einem breiten Portfolio an realitätsnahen Szenarien-Übungen, die dem Arbeitsumfeld der Teilnehmer entsprechen, umgesetzt werden.  

Im Vorfeld wurden mit dem medizinischen Leiter, den Personalverantwortlichen der EWE Rahmenbedingungen festgelegt: Welches Rettungsequipment wird in den Windparks verwendet? Was ist in den Rettungsrucksäcken enthalten und wie wird das angewendet? Welche konkreten Vorgaben gibt es von Seiten der medizinischen Leitung? Wie sind die firmeninternen Abläufe definiert, welche Schwerpunkte sollen gesetzt werden und wie können sie in die Kurse integriert werden? Darauf aufbauend wird das Training kreiert und die korrekte Handlungsweise in Notfallszenarien definiert.

Die Durchführung des zweitägigen Trainings übernimmt der exklusive Partner der GWA,  der Fachbereich Offshore Rescue and Medical Services des Ortsverbands Stedingen der Johanniter-Unfall-Hilfe. Die Offshore-Medics verfügen über sehr viel Know-How aus ihren Einsätzen auf Plattformen, Windanlagen und Schiffen, aus dem Bereich der Höhenrettung und Seenotrettung.  

Es wird ein realistisches Umfeld z.B. in engen Räumen unter Deck eines Schiffes und schwer verletzten Mitarbeitern geschaffen. Jetzt heißt es, das gelernte Wissen anzuwenden, die Rettungskette umzusetzen und den Verunfallten an Deck zum Abtransport durch die professionellen Retter zu bringen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, wenn plötzlich Stress entsteht, kein Platz zum Handeln ist und der Kollegen blutig und bewegungsunfähig vor einem liegt. Ein Teilnehmer meinte: „Wir haben schon mehrere medizinische Trainings absolviert, aber diese realitätsnahe Umsetzung war schon eine große Herausforderung. Wir wollen nur hoffen, dass wir das nie in der Realität erleben müssen.“ Selbst die Trainer waren begeistert von der Bereitschaft der Teilnehmer die Herausforderungen anzunehmen. Dazu Daniel Kruse, Trainer der Johanniter-Unfall-Hilfe: „Von der Gruppe würde ich mich auch retten lassen. Sie sind sehr umsichtig und gehen hoch konzentriert vor.“

„Durch das regelmäßige Üben von Verhaltensweisen im geschützten Umfeld eines Trainings erhalten die Teilnehmer Selbstvertrauen, um in einer wirklichen Gefahrensituation souverän handeln zu können. Die intensive Vorbereitung des Trainings in Zusammenarbeit mit dem Kunden optimiert den gesamten Trainingsablauf. Das bestätigt uns darin, dass eine individuelle Kursgestaltung der richtige Weg in die Zukunft ist“, fasst Kerstin Meyer, Head of Department der GWA, die erfolgreichen Trainingstage zusammen.

Quelle: German Wind Academy