Wärmepumpen stark nachgefragt

30.05.2016

Der Wärmeerzeugermarkt in Deutschland ist im ersten Quartal 2016 leicht zurückgegangen. Während die Verkäufe von Gas- und Ölheizungen zurückgingen, wurden deutlich mehr Wärmepumpen verkauft als im Vorjahreszeitraum.

Mit 148.500 Stück verkaufte die Branche nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) 4 % weniger Geräte als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die größten Veränderungen gab es bei den fossilen Brennstoffen. Gas- und Öl-Niedertemperaturheizungen sind stark eingebrochen. Das liegt daran, dass die ErP-Richtlinie der EU seit September 2015 den Verkauf dieser Wärmeerzeuger stark einschränkt. Im Vorjahr hatten daher noch viele Kunden ihre alten Geräte durch einen neuen ebenso ineffizienten Wärmeerzeuger ausgetauscht. Der Anstieg bei den Brennwertgeräten, der sich sehr stark bei den Ölbrennwertkesseln bemerkbar macht, konnte den Einbruch im Niedertemperaturbereich nicht ganz kompensieren, so dass Öl- und Gaskessel insgesamt mit -5 % im Markt platziert wurden.

  Verkauf 1. Quartal 2016 Änderung zum Vorjahreszeitraum
Gas und Öl gesamt 129.000 - 5 %
Gas-Brennwertkessel 96.500 + 8 %
Gas-Niedertemperaturkessel 20.000  - 38 %
Öl-Brennwertkessel 11.500 + 19 %
Öl-Niedertemperaturkessel 1.000 - 81 %
Biomassekessel gesamt 5.000 Stück - 9 %
Pelletskessel 2.500 Stück - 5 %
Scheitholzkessel 2.000 Stück - 13 %
Hackschnitzelkessel 500 Stück - 7 %
Wärmepumpen gesamt 14.500 Stück + 14 %
Luft-Wasser 10.000 Stück + 12 %
Sole-Wasser 3.500 Stück + 22 %
Wasser-Wasser und Sonstige 1.000 Stück +12 %
Solarwärmeanlagen 145.500 m2 + 3 %
Gesamtmarkt Wärmerzeuger 148.500

- 4 %

Quelle: BDH

Gewinner sind die Wärmepumpen mit + 14 %. Besonders stark haben Sole-Wasser-Wärmepumpen an Boden gewonnen (+ 22%). Laut Lothar Breidenbach, Geschäftsführer Technik beim BDH, spiegelt sich die Verschärfung der EnEV zu Jahresbeginn noch nicht in den Zahlen des 1. Quartals wider. Mit einem weiteren Anstieg, insbesondere der Luftwärmepumpen, ist daher im weiteren Verlauf des Jahres zu rechnen. Der negative Trend bei den Biomassekesseln hat sich fortgesetzt. Alle Kesselarten haben weiter an Boden verloren. Bei der Solarwärme deutet sich eine Trendwende an. Der Absatz von Sonnenkollektoren ist nicht weiter geschrumpft, sondern verzeichnete mit +3 % einen leichten Zugewinn.

Jens-Peter Meyer