Clevere Kombi: Kühlen mit der Wärmepumpe

Kühlen mit der Wärmepumpe (Wärme Plus)
Kühlen mit der Wärmepumpe (Wärme Plus)
20.08.2018

Beim Neubau von Wohngebäuden entschieden sich nach aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts im Jahr 2017 rd. 43 % der Bauherren für die umweltschonende Wärmepumpen-Heiztechnik und verwiesen damit Gas als Energieträger auf den zweiten Platz. „Die Entscheidung für eine Wärmepumpe bringt Bauherren und Modernisierern auch im Sommer deutliche Vorteile“, stellt Matthias Saller, Experte bei der Initiative Wärme+ fest. „Denn sie können nicht nur heizen, sondern lassen sich auch zur Kühlung der Wohnräume nutzen.“ Abhängig von der gewünschten Intensität der Kühlleistung kommt das aktive oder passive Wärmepumpenkühlen in Frage.

Mit einer Wärmepumpe lassen sich Wohnräume effizient, kostengünstig und umweltschonend kühlen. Voraussetzung dafür ist die Kombination mit dem passenden Verteilsystem. „Empfehlenswert sind z.B. zur Kühlung fähige Fußboden- oder Wandflächenverteilsysteme oder Gebläsekonvektoren“, erklärt Saller. Ungeeignet wegen ihrer vergleichsweise geringen Fläche sind hingegen klassische Heizkörper.

Die passive Kühlung nutzt im Sommer den Temperaturunterschied zwischen Erdreich oder Grundwasser und der Temperatur in Wohnräumen: Das Wasser aus dem Verteilsystem fließt über einen Plattenwärmeaustauscher, wird durch Grundwasser oder Erdreich gekühlt und wieder ins Gebäude geleitet. So wird die Innentemperatur um 2 bis 3K gesenkt. Da der Verdichter in diesem Fall nicht in Betrieb ist, wird von „passiver“ Kühlung gesprochen. Der Stromverbrauch ist dabei sehr gering. Da sich allerdings sowohl Erdreich als auch Grundwasser im Laufe des Sommers aufwärmen, nimmt die Leistung der passiven Kühlung ab. Zudem findet die Kühlung deutlich langsamer statt als bei der aktiven Variante.

Ist eine schnelle und deutliche Kühlung der Räume gewünscht, empfiehlt sich die aktive Kühlung, die nur bei Sole/Wasser-Wärmepumpen möglich ist. Für die Betriebsart Kühlung läuft der Kältekreislauf in umgekehrter Richtung, die Pumpe fungiert dann als Kühlaggregat, arbeitet also wie ein Kühlschrank. Da sie den Wärmekreislauf umkehren können, werden solche Wärmepumpen auch als reversibel bezeichnet.

www.waerme-plus.de