Bayern führt weiterhin bei der Geothermie

Vergleich aller Bundesländer in Hinblick auf die Gesamtleistung der 2014 neuinstallierten Geothermieanlagen pro 100.000 Einwohner auf Basis der Förderdaten aus dem Marktanreizprogramm.  (Grafik: erdwärmeLIGA)
Vergleich aller Bundesländer in Hinblick auf die Gesamtleistung der 2014 neuinstallierten Geothermieanlagen pro 100.000 Einwohner auf Basis der Förderdaten aus dem Marktanreizprogramm. (Grafik: erdwärmeLIGA)
04.11.2015

Der Freistaat Bayern gewinnt 2015 zum dritten Mal in Folge die vom Bundesverband Geothermie unterstützte „erdwärmeLIGA“. Mit mehr als 9.000 kW neuinstallierter Leistung von Erdwärmepumpen.

Der Wettbewerb bewertet den Ausbau der oberflächennahen Geothermie in Deutschland anhand der Förderzahlen des Marktanreizprogramms. Die Plätze 2 und 3 belegen wie im vorherigen Jahr die Bundesländer Brandenburg und Sachsen – jedoch mit deutlichem Abstand. Die Punkte werden je nach neuinstallierter Leistung pro 100.000 Einwohner vergeben und während Bayern auf 77 Punkte kommt, erreichen Brandenburg und Sachsen nur 53 bzw. 43 Punkte.

„Bayern profitiert von einer weiten Verbreitung von Geothermieanlagen mit thermischer Grundwassernutzung. In Bayern schlagen mehr als doppelt so viele Grundwasser-Anlagen zu Buche wie in den 15 anderen Bundesländern zusammen“, so Rüdiger Grimm, Laudator und Initiator der erdwärmeLIGA. Bei den Sole-Wasser-Wärmepumpen werden Bayerns 353 Anlagen nur von Nordrhein-Westfalen getoppt. Das Land belegt zwar nur den fünften Platz der Rangliste, kann aber immerhin 428 dieser Erdwärmepumpen vorweisen.  

Thüringen ist Erdwärme-Aufsteiger des Jahres

Die Auszeichnung „Aufsteiger des Jahres“ geht dieses Jahr an Thüringen, das es mit 38 Punkten und 851 kW neuinstallierter Leistung auf den vierten Platz geschafft hat. Im Jahr zuvor waren es 842 kW und vor fünf Jahren lag Thüringen noch auf dem zehnten Platz. Im Vergleich zum Jahr 2014 ist die Gesamtleistung der neuinstallierten Erdwärmepumpen in allen Bundesländern außer Thüringen gesunken.

Doch dank einer Anpassung der Förderung für die oberflächennahe Geothermie im Marktanreizprogramm im April 2015, wurden bereits wesentlich mehr Anträge auf Förderung gestellt als im Vorjahr. Durch die Überarbeitung wurde die Mindestförderung von 2.800 auf 4.500 € für Erdwärmesondenalagen und auf 4.000 € für andere Geothermieanlagen angehoben. Somit lässt sich für das Jahr 2016 wieder mit einem Anstieg der Neuinstallationen rechnen.

Auch Laudator Grimm zeigt sich gespannt auf die zukünftigen Entwicklungen: „Die neuen Fördersätze des Marktanreizprogramms für Oberflächennahe Geothermieanlagen haben deutliche Wirkung gezeigt. Ich bin sehr gespannt, wie sich das auf die Rangliste der Bundesländer auswirken wird.“

Tanja Peschel

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