Eine kleine Gruppe rund um den Ziegelhersteller Martin Leitl versucht in Österreich, das Sonnenhaus-Konzept voranzubringen. Doch das ist schwierig: Passivhäuser haben die Ökohaus-Nische schon besetzt.
Es war eine Premiere. 74 Personen waren dafür nach Lachstadt bei Linz gereist, um sich über weitgehend solar beheizte Häuser zu informieren: Baumeister und Ziegelhersteller, Installateure und Planer. Zum ersten Mal fand in Österreich am 25. Januar dieses Jahres ein Sonnenhaus-Intensivseminar statt. Ursprünglich hatte der Veranstalter, der Oberösterreichisch Salzburgische Zieglerverband, nur 60 Teilnehmer eingeplant, bei 75 musste er Stopp sagen. Von einer Sonnenhaus-Bewegung kann man deswegen wohl noch nicht sprechen. Doch es keimt eine kleine Sonnenhaus-Lobby rund um Martin Leitl, den Geschäftsführer der Bauhütte Leitl-Werke GmbH in Eferding, der versucht, das Sonnenhaus-Bau- und Heizkonzept in Österreich voranzubringen.
Das Konzept kam aus der Schweiz über Süddeutschland nach Österreich. Viele Jahre ist der Schweizer Solarpionier und Speicherhersteller Josef Jenni für seine „Speicher mit Haus“ belächelt worden. 1989 machte er mit seinem zu 100 % solar beheizten „Oberburger Sonnenhaus“ Furore. Eine gute Dämmung, Ausrichtung nach Süden, eine große Kollektorfläche auf dem Dach und ein riesiger Speicher.