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Studie: Was motiviert Hausbesitzer zum Sanieren?

11.02.2010: Eine Umfrage zeigt: Die meisten Hausbesitzer glauben, ihr Gebäude sei energetisch in einem guten Zustand. Oft liegen sie falsch.

Von 1000 befragten Hausbesitzern glauben 60 %, ihr Gebäude sei in einem guten Zustand und erfordere keine energietechnischen Sanierungsmaßnahmen. Das Institut für sozial-ökonomische Forschung (ISOE) hatte die Umfrage geleitet. „Es ist dramatisch, wie viele Hausbesitzer ihre Lage verkennen“, kommentiert Immanuel Stieß vom ISOE. „Viele Energieeinsparpotenziale liegen schlicht aufgrund mangelnden Problembewusstseins brach. Das ist nicht nur schädlich fürs Klima, sondern belastet die Bewohner durch unnötig hohe Energiekosten.“

Das Wissenschaftlerteam befragte Eigenheimbesitzer, die in den letzten vier Jahren Sanierungsmaßnahmen an ihren Häusern durchgeführt hatten. Deutlich wird, dass wirtschaftliche Barrieren nicht der einzige Grund für geringe energetische Sanierungsraten sind. „Bisher wurde der Fokus stark auf finanzielle Förderung gelegt. Unsere Befragung zeigt nun, dass die Gebäudesanierungsprogramme zwar ein wichtiger Baustein sind. Doch sind sie allein nicht ausreichend, um den Energieverbrauch in den Haushalten zu reduzieren“, so Stieß weiter.

Vielmehr zeigt die Untersuchung, dass viele Hausbesitzer angesichts der zahlreichen Fragen, die eine energetische Sanierung aufwirft, abgeschreckt sind und untätig bleiben. In dem Forschungsprojekt „Energieeffiziente Sanierung von Eigenheimen“ (Enef-Haus) wird daher erforscht, wie beispielsweise die Erstenergieberatung von Eigenheimern optimiert werden kann, um in höhere Sanierungsraten zu münden. Stieß: „Viele Hausbesitzer stehen einer professionellen Beratung positiv gegenüber. Von einem kompetenten Berater an die Hand genommen zu werden – vom Erstgespräch bis hin zur Investitionsentscheidung – erleichtert die Entscheidung für viele.“

Die Forscher haben die Handlungsmotive und -hemmnisse der Eigenheimsanierer untersucht. Die Befragung zeigt, dass die aktivsten Sanierer in der Gruppe der 50- bis 70-Jährigen zu finden sind, während bei den 30- bis 50-Jährigen die Anteile deutlich geringer sind. Neben dem Alter unterscheiden sich die Hausbesitzer auch in Ihren Zielen und Einstellungen hinsichtlich der Sanierung sowie in der Art der durchgeführten Maßnahmen. Im Ergebnis präsentieren die Forscher eine Einteilung der Hausbesitzer in fünf Typen vom „desinteressiert Unwilligen“ bis hin zum „überzeugten Energiesparer“.

„In Zukunft muss es verstärkt darum gehen, maßgeschneiderte Instrumente für diese unterschiedlichen Zielgruppen zu erstellen“, sagt Julika Weiß vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). Daher will das IÖW im Projekt Enef-Haus Beratungs- und Förderinstrumente für die identifizierten Sanierer-Typen ausarbeiten. „Denn mit Förderung per Gießkannenprinzip können energetisch anspruchsvolle Sanierungen nur schwer erreicht werden“, sagt Weiß.

Die Studie „Handlungsmotive, -hemmnisse und Zielgruppen für eine energetische Gebäudesanierung“ steht zum Download bereit unter www.enef-haus.de.

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