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Aus für Geothermie in Basel

07.01.2010: Seit drei Jahren ruht der Bau des Geothermiekraftwerks in Basel – nach einem Erdbeben mit der Stärke 3,4 waren die Arbeiten eingestellt worden. Nun liegt die Kurzversion des seismologischen Gutachtens vor. Das Projekt wird wegen der Erdbebengefahr eingestellt.

Wegen Erdbebengefahr wird das Projekt Deep Heat Mining in Basel eingestellt. Foto: Geopower Basel AG
Seit Dezember 2009 steht fest: Das Geothermiekraftwerk Deep Heat Mining in Basel wird nicht zu Ende gebaut. Die Expertengruppe Serianex, die das Gutachten erstellte, rechnet mit Beben bis zu einer Magnitude von 4,5, falls das Kraftwerk zu Ende gebaut würde.

In Basel kommen mehrere ungünstige Faktoren zusammen. Zum einen ist die Region von jeher stark Erdbeben gefährdet. Zum anderen geht die Bohrung in Basel direkt ins Grundgebirge – also in die Basis, auf der alle anderen Gesteinsschichten aufbauen. Erschütterungen an dieser Stelle wirken sich deshalb besonders stark aus. Dass das Gebiet um das Kraftwerk zudem dicht bebaut war, erhöhte die Schadenssumme.

Die schlechte Nachricht für Basel ist nach Lesart der Geothermischen Vereinigung zugleich eine gute Nachricht für die Geothermie im Allgemeinen. „Die Analyse hat uns sehr viel weiter gebracht“, sagt Horst Kreuter von der GtV. Bei neuen Projekten könne man die Risiken nun viel besser einschätzen. Das Gutachten zeigt zum Beispiel einen Zusammenhang zwischen der Reichweite des Kluftsystems und dem Risiko merklicher Erdbeben. Je weiter das Kluftsystem reicht, desto größer ist die Fläche, die von den Erschütterungen beim Aufpressen der Klüfte betroffen ist – und desto eher sind die Erschütterungen auch an der Erdoberfläche zu spüren.

Auch rechtlich ist das Beben in Basel nun abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen Markus Häring geklagt, den Geschäftsführer der Firma Geothermal Explorers, die das Projekt umgesetzt hatte. Häring habe wider besseres Wissen gehandelt und Schäden in Kauf genommen, sagte die Staatsanwaltschaft. Das Strafgericht sprach Häring frei. Zeugen bestätigten, dass er jeweils nach dem Stand der Wissenschaft gehandelt und Risiken nie verschwiegen habe. Bessere Maßnahmen zur Risikoabschätzung hätten damals nicht zur Verfügung gestanden. Stefan Baisch, Projektleiter der Expertengruppe Serianex, sagte gegenüber einer regionalen Zeitung: „Im Nachhinein ist man schlauer“. (ea)

Die Kurzversion des Gutachtens kann hier
heruntergeladen werden.


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