In Deutschland wurde das erste Biomasse-Zertifikatesystem staatlich anerkannt. Malaysias Palmölwirtschaft strengt sich an, um die Nachhaltigkeitsanforderungen zu erfüllen.
Als erstes Land der Welt ist Deutschland bereit für das Zeitalter des zertifizierten Handels mit nachhaltiger Biomasse, meldete das Bundeslandwirtschaftsministerium großspurig auf der Grünen Woche in Berlin. Das vom Ministerium finanziell geförderte und von der Unternehmensberatung Meó entwickelte Zertifizierungssystem ISCC (International Sustainability and Carbon Certification) erhielt die vorerst auf ein Jahr befristete Zulassung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Mit dem ISCC-System werden die nachhaltige Herstellung und die Klimaschutzwirksamkeit von flüssiger Biomasse, also vorwiegend von Pflanzenöl und Ethanol, bestätigt. Im Januar nahmen 40 Auditoren aus aller Welt an einem umfangreichen ISCC-Training in Berlin teil. Die Auditoren können danach vor Ort die Nachhaltigkeitsanforderungen überprüfen und erste Zertifikate ausstellen, womit der reguläre Betrieb des Systems beginnt. „Mit der vorläufigen Anerkennung von ISCC sind wir das erste Land, das über ein Instrument verfügt, um die politische Forderung nach einer nachhaltigen Biomasseproduktion umzusetzen“, sagte Staatssekretärin Julia Klöckner.