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Erstes Zertifizierungs-system für Biomasse

21.01.2010: Die Anerkennung der Zertifizierung ISCC gilt als Erfolg. Damit lassen sich erste offiziell geltende Nachhaltigkeitsnachweise ausstellen.

Das erste europäische Zertifizierungssystem „International Sustainability and Carbon Certification“ (ISCC) für nachhaltige Biomasse geht in die Implementierungsphase. Auf der grünen Woche stellte Julia Klöckner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, die neue Zertifizierung vor. „Als erster EU-Mitgliedstaat haben wir ein Instrument für den Nachhaltigkeitsnachweis entwickelt. Mit der vorläufigen Anerkennung dieses Zertifizierungssystems durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) setzen wir europäische Anforderungen in deutsches Recht um“, sagte Klöckner.

Das ISCC-System legt fest, wie flüssige Biomasse und Biokraftstoff hergestellt werden müssen, um als nachhaltig anerkannt zu werden. Soja, Palmöl, Zuckerrohr wurden ebenso einbezogen wie beispielsweise Raps und Getreide in Europa. Nachhaltigkeitsanforderungen gelten damit gleichermaßen für alle landwirtschaftlichen Rohstoffe und Regionen.

Händler oder Genossenschaften, Ölmühlen und Raffinerien, die die flüssige oder gasförmige Biomasse für die Endverwendung aufbereiten, erhalten Zertifikate, die im Rahmen eines anerkannten Zertifizierungssystems kontrolliert werden. Die letzte Schnittstelle in der Verarbeitungskette stellt dann einen Nachhaltigkeitsnachweis für den von ihr gelieferten Biokraftstoff beziehungsweise die flüssige Biomasse aus. Mit diesem Nachweis können die Betreiber von Anlagen zur Stromherstellung aus flüssiger Biomasse gegenüber dem Netzbetreiber eine Vergütung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz geltend machen.

Ende Januar findet ein umfangreiches Training für Auditoren statt. Wenn nach der Anerkennung des ISCC-Systems auch Zertifizierungsstellen von der BLE anerkannt sind, können die ersten regulären Zertifizierungen erfolgen.
ISCC ist das Ergebnis eines global ausgerichteten Multi-Stakeholder-Prozesses. Mehr als 200 Organisationen aus Europa, Amerika und Südostasien waren an der Entwicklung und der zweijährigen Testphase beteiligt. Konzeptionell wurde ISCC bereits 2006 entwickelt und über den Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe gefördert.

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