Videovortrag: Solare Fernwärme in Dänemark

11.01.2016

Im fünften Teil unser er Videoreihe zu solarthermischen Großanlagen spricht Christian Stadler von Marktführer Arcon Sunmark über solare Fernwärme in Dänemark. Anlagen von mehreren zehntausend Quadratmetern sind dort die Regel, bei Wärmegestehungskosten, die ohne Weiteres mit Gas mithalten können.

Böse Zungen in Dänemark bezeichnen große Solarthermieanlagen in Deutschland auch mal als Briefmarkenanlagen, weil sie so klein sein erklärt Christian Stadler gleich zu Beginn seines Vortrags. Stadler ist Geschäftsführer der deutschen Niederlassung von Arcon Sunmark. Das Unternehmen ist ein Zusammenschluss zweier dänischer Firmen, die in den letzten Jahrzenten in Dänemark und international immer wieder Größenrekorde mit gigantischen Solarthermieanlagen geknackt haben.  

Wärmenetze spielen zentrale Rolle der dänischen Energiewende

Die Herkunft Dänemark ist dabei kein Zufall. Nach der Ölkrise in den 70er Jahren stellte das Land die Weichen, um von fossilen Energien loszukommen. Dabei sollten Fernwärmenetze eine zentrale Rolle übernehmen, da hier verschiedene Technologien besonders gut miteinander verbunden werden können.

Denn während die Kombination diverser Technologien im Einfamilienhaus wirtschaftlich oft schwer sei, sehe das bei Wärmenetzen ganz anders aus, allein schon, da sich die Investition auf das ganze Netz umlege.

Keine Subventionen für erneuerbare Energien

Dabei kommt Dänemark sogar ohne Förderung erneuerbarer Energien aus. Den dort werden fossile Energieträger besteuert, was dafür sorgt das der Preis für Erdgas derzeit bei ca. 55 €/MWh und damit deutlich über Weltmarktpreisen liege. Im Gegenzug seien dafür keine Subventionen für erneuerbare Energien nötig. Den große Solarthermieanlagen erreichen in Dänemark Wärmegestehungskosten von etwa 25 bis 45 €/MWh und sind damit aus sich heraus wirtschaftlich konkurrenzfähig.

Die Anlagen werden dabei immer größer. So wird der dänische Ort Vojens mit einer Solarthermieanlage von 70.000 m² versorgt. Dabei kommt zudem ein Erdbeckenspeicher mit 200.000 m³ Volumen zum Einsatz, der Solarwärme aus dem Sommer für kalte Jahreszeiten speichert. So schafft es der Ort, seinen Wärmebedarf zu 50 % solar zu decken.

Jan Gesthuizen

Google+