Videovortrag: Marktpotenzial und technische Lösungen solarer Wärmenetze

 Michael Beckmann ist Produktmanager Solarthermie beim Heiztechnikhersteller Viessmann. Er sprach auf dem 16. Forum Solarpraxis über das Potenzial solarer Wärmenetze in Deutschland.
Michael Beckmann ist Produktmanager Solarthermie beim Heiztechnikhersteller Viessmann. Er sprach auf dem 16. Forum Solarpraxis über das Potenzial solarer Wärmenetze in Deutschland.
04.01.2016

Im vierten Teil unserer Videovortragsreihe zur großen Solarthermie und solaren Wärmenetzen spricht Michael Beckmann von Viessmann über das Marktpotenzial solarer Nah- und Fernwärme in Deutschland.

Wie groß das Marktpotenzial für die Solarthermie in Deutschland ist, erklärte Beckmann bei seinem Vortrag auf dem 16. Forum Solarpraxis anhand einer Studie des DLR aus dem Jahr 2011. Demnach soll der Wärmebedarf bis zum Jahr 2050 in Deutschland um 50 % reduziert werden, wobei der Restwärmebedarf im Wesentlichen durch erneuerbare Energien bereitgestellt werden sollte.

Die Studie setzt dabei voraus, dass etwa 40 % des Wärmebedarfs netzgebunden, also durch Wärmenetze, bereitgestellt werden wird. Insgesamt, so sagt die Studie, soll die Solarthermie 12 % des Wärmebedarfs stillen. Etwa die Hälfte davon soll in Wärmenetzen zum Einsatz kommen. Das Potenzial für die Solarthermie ist also groß, auch wenn die gesetzlichen Bedingungen für den Einsatz der Solarthermie im Wärmenetz besser sein könnten.

Allerdings geht es bei Wärmenetzen nicht nur um gesetzliche Rahmenbedingungen. Beckmann betonte vor allem, dass man vor Ort Klinken putzen müsse. So geschehen etwa im Bioenergiedorf Wettesingen, in dem sich von 220 Haushalten 204 freiwillig und ohne Zwang an ein neues Wärmenetz angeschlossen hätten, dass mit erneuerbaren Energien betrieben werde.

Zur Akzeptanz habe auch beigetragen, dass viele Haushalte nicht nur Wärmeabnehmer, sondern auch Besitzer des Wärmnetzes sein. Dies ist nämlich als Genossenschaft organisiert. In Wettesingen hat Viessmann noch keine Solarthermie eingesetzt, da sei man damals technisch noch nicht so weit gewesen.

Anders soll das nun aber im nächsten Projekt werden. Im hessischen Mengsberg soll ein zentrales Kollektorfeld mit 3.315 m² entstehen und einen Hackschnitzlekessel bei Sonnenschein entlasten. Im Gegensatz zu Bosch Thermotechnik, dessen Vortrag wir vor Weihnachten vorgestellt haben, setzt Viessmann auf einen Kollektor, der speziell für Wärmenetze entwickelt wurde.

Jan Gesthuizen

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