Sonnenwärme hält Kirchenwände trocken

Die Stuckarbeiten im Barockstil waren stark verschmutzt. Sie wurden gereinigt und sollen dank der neuen Heizung länger sauber bleiben. Die Wandheizung hält die Sockelwände trocken.
Foto: Herbert Hein
Die Stuckarbeiten im Barockstil waren stark verschmutzt. Sie wurden gereinigt und sollen dank der neuen Heizung länger sauber bleiben. Die Wandheizung hält die Sockelwände trocken. Foto: Herbert Hein

Als Pfarrer Joachim Morgenroth in der Gemeinde Knetzgau seinen Dienst antrat, bekam er gleich im ersten Jahr einen Scheck für die Sanierung der St. Bartholomäus-Kirche überreicht.
Sein Einwand, dass diese noch gar nicht beschlossen war, wurde mit der Antwort entkräftet: »Das sieht doch jeder, dass die nötig ist«. So blieb der irchengemeinde nichts anderes übrig, als den Beschluss zur Renovierung zu fassen. »Die Kirche war richtig schwarz«, erzählt Morgenroth.
In den letzten 20 Jahren waren die Malereien und Stuckarbeiten immer mehr verschmutzt. Die Kirchengemeinde entschloss sich, der Sache auf den Grund zu gehen.

Ein Versuch mit einer Nebelmaschine machte Luftströmungen in der Kirche sichtbar. So wurde klar, dass vor allem die ungeregelte Elektroheizung unter den Kirchenbänken an der Verschmut- zung schuld war. Die zu Gottesdienstzeiten stark erwärmte Luft stieg auf und nahm Staub und Schmutz mit nach oben. Dort setzten sich die Partikel auf Gemälde und Stuckarbeiten.

Wer im Sommer eine Kirche betritt, freut sich meist über die kühle, manchmal etwas feuchte Luft im Inneren. Doch für die Bausubstanz ist dieses Raumklima gar nicht gut. Feucht war es auch in der Knetzgauer Kirche bis vor kurzem. Das machte vor allem den Sockelwänden zu schaff en. Dass die Wand zwischendurch abtrocknete, machte es auch nicht besser. Denn die Feuchtigkeit in der Wand hatte Salze aus Putz und Mauerwerk gelöst. Trocknete die Wand, gelangten die Salze an die Oberfl äche und kristallisierten dort.
Da beim letzten Umbau der Kirche um 1900 auch die Statik des Dachs nicht korrekt berechnet worden war, war eine Totalsanierung fällig.
In diesem Punkt waren sich Kirche und Gemeindeeinig und brachten 1 Mio. € für das angeschlagene Gotteshaus auf. Dafür bekam die Kirche nicht nur ein statisch verstärktes Dach, sondern auch eine ganzjährige Klimatisierung –mit einer Solaranlage der Firma Sonnenkraft.