Solarthermie im Wärmenetz rechnet sich

Das Wärmenetz von Bittefeld-Wolfen könnte im Sommer zwei Drittel seines Wärmebedarfs solar Decken. Dazu bräuchte es eine Solarthermieanlage mit 8.000 m².  (Foto: dpa)
Das Wärmenetz von Bittefeld-Wolfen könnte im Sommer zwei Drittel seines Wärmebedarfs solar Decken. Dazu bräuchte es eine Solarthermieanlage mit 8.000 m². (Foto: dpa)
10.11.2015

Eine aktuelle Studie hat das Wärmenetz der Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen untersucht. Wie in Dänemark üblich, wäre es auch hier möglich mit einer großen Solarthermieanlage wirtschaftlich in ein Wärmenetz einzuspeisen.

Die Studie hat untersucht, wie eine 8.000-m²-Solarthermieanlage in ein Teilnetz der Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen eingebunden werden könnte, um dort vor allem im Sommer den Betrieb zu übernehmen.

Die Fläche von 8.000 m² ist dabei nicht willkürlich gewählt. Vielmehr war es das Ziel, einen möglichst hohen solaren Deckungsgrad zu erreichen und gleichzeitig die Investitionskosten im Rahmen zu halten. Die vorgeschlagene Anlage würde nach den Berechnungen im Sommer einen Deckungsanteil von ca. 66 % erreichen, wobei die Wärmegestehungskosten bei 45 €/MWh lägen. Es wären auch niedrigere Wärmegestehungskosten möglich, dann würde jedoch der solare Deckungsgrad sinken.

Solarthermie soll BHKW-Taktung reduzieren

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Allerdings war es das Ziel die Taktung der Blockheizkraftwerke (BHKW) im Sommer zu reduzieren, denn der sinkende Strompreis zu dieser Jahreszeit macht den wirtschaftlichen Betrieb von KWK-Anlagen schwer, vor allem wenn diese nicht unter das KWK-Gesetz fallen.

Durch den Fokus auf den Sommer würden nach dem Konzept, das die E.Quadrat GmbH, die Hochschule Mannheim und die Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen erstellt haben, die Solarkollektoren etwas steiler aufgestellt werden, als wenn ein möglichst hoher Ertrag über das gesamte Jahr erreicht werden sollte.

Allerdings wäre in den kühleren Jahreszeiten das BHKW ohnehin in Betrieb, sodass die Taktung in diesen Zeiten eh nicht reduziert werden könnte. Unter anderem durch den Fokus auf den Sommerbetrieb kann auf den Einsatz eines Wärmespeichers verzichtet werden. Mit diesem ließen sich der solare Deckungsgrad und die CO2-Einsparungen zwar erhöhen, aber die Wärmegestehungskosten würden eben auch steigen.

Ganz ohne KWK geht es nicht

So ganz ohne BHKW würde es nach der Studie auch im Sommer nicht gehen, denn in Schlechtwetterzeiten muss das BHKW einspringen. Auch hier spielt natürlich die Abwesenheit eines Speichers eine Rolle.

Besondere Aufmerksamkeit legt die Studie auf die thermische Einbindung des Solarfeldes in Bezug auf das Temperaturniveau im Vor- und Rücklauf des Fernwärmenetzes. So wurden etwa verschiedene Kollektortypen im Hinblick auf Arbeitsvermögen und Ausgangstemperatur untersucht und Preise angefragt. Je nach betrachtetem Kollektor zeigten sich verschiedene erreichbare Temperaturniveaus, Feldgrößen und thermische Leistung der Solarkollektoren, solare Deckungsraten und selbstverständlich unterschiedliche spezifische Kosten.

Jan Gesthuizen

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