EU schlägt Roadmap vor

Die Lobbyverbände European Photovoltaic Industry Association (Epia) und European Solar Thermal Industry Federation (Estif) ziehen eine gemischte Bilanz der Richtlinie. Grundsätzlich begrüßen sie das Ziel. »Erstmals wird in einem derart wichtigen Dokument der Kommission ausdrücklich der Einsatz von Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien gefordert«, sagt Estif-Vertreter Uwe Brechlin.

Doch Estif und Epia bemängeln, dass es weder Ziele für die einzelnen Sektoren wie Wärme, Strom oder Kraftstoffe noch sonstige konkrete Maßnahmenvorschläge gibt. Im Februar 2006 hatte sich das Europäische Parlament mit einem Initiativbericht an die Kommission gewandt und sie aufgefordert, einen Richtlinienentwurf zum Heizen und Kühlen mit erneuerbaren Energien vorzulegen (s. SW&W 5/2006, Seite 5). Im Dezember 2006 hatte das Parlament die Kommission erneut aufgefordert, Sektorielle Targets festzulegen, die in der Summe 25 % bis 2020 ergeben sollten.

Brechlin bezweifelt zudem, dass das vorgeschlagene verbindliche Gesamtziel die Zustimmung der übrigen Institutionen finden wird. » Ein einzelnes Mitgliedsland reicht aus, um die Entscheidung im Rat zu blockieren und es gibt mehrere, die sicher nicht zustimmen werden.« Obwohl die Roadmap an sich nicht verbindlich ist, messen ihr die Lobbyverbände einen hohen Stellenwert zu. »Sie stellt die gemeinsame Position der EU-Institutionen dar, auf die man sich später berufen kann.«