Wärmespeicher zentral

Im Rahmen des Workshops „Zukunft Wärmespeichersysteme in Rheinland-Pfalz“ der Energieagentur Rheinland-Pfalz besichtigten die Teilnehmer das Solarthermie-Projekt „Alter Schlachthof“ der Stadtwerke Speyer. (Foto: Martin Frey)
Im Rahmen des Workshops „Zukunft Wärmespeichersysteme in Rheinland-Pfalz“ der Energieagentur Rheinland-Pfalz besichtigten die Teilnehmer das Solarthermie-Projekt „Alter Schlachthof“ der Stadtwerke Speyer. (Foto: Martin Frey)
11.09.2014

Die Wärmespeicherung wird zunehmend als wichtiges Bindeglied zwischen regenerativer Erzeugung und -verbrauch erkannt. Beim Workshop „Zukunft Wärmespeichersysteme in Rheinland-Pfalz“ informierten sich am 4. September Vertreter aus Kommunen, Energieversorgern, Energieberater, Forschung und Stadtwerken in Speyer über aktuelle Geschäftsmodelle und Fördermöglichkeiten.

Um erneuerbar erzeugte Energie besser in bestehende Strukturen zu integrieren, rücken vermehrt Modelle des Querverbundes zwischen Strom-, Wärme- und Gasnetzen in den Blickwinkel. Dabei können Wärmespeicher wegen ihrer hohen Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Stromspeichern eine zentrale Rolle spielen, zeigte die Veranstaltung der Energieagentur Rheinland-Pfalz, in Kooperation mit dem EOR e.V. und StoREgio e.V., an der 70 Energieexperten teilnahmen.

KWK wichtigster Erzeuger

Ein wichtiger Erzeuger ist neben der Solarthermie die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Dies unterstrich anhand eigener Projekte Christoph Zeis, Geschäftsführer der EDG mbH in Nieder-Olm. Sein Unternehmen realisierte für kommunale Träger, zu denen der Landkreis Mainz-Bingen zählt, bereits 99 Blockheizkraftwerke, meist in kommunalen Einrichtungen: „Wir sehen Wärmespeicher als Erfolgsfaktor aller unserer Projekte“, erklärte Zeis. Die Anlagen seien dabei stets wärmegeführt, könnten aber zeitweise stromorientiert fahren, hob er hervor.

Die Wärme gewinnt allgemein an Bedeutung: Markus Sinß von der Transferstelle Bingen präsentierte Projekte der Umwandlung von Strom in Wärme oder Kälte. Während Power-to-Heat-Projekte vermehrt von Versorgern praktiziert würden, hinke die Kälteerzeugung (Power-to-Cool) noch hinterher. Allgemein bestünden viele ungenutzte Potenziale möglicher Stromsenken wie sie zum Beispiel Kühlhäuser bieten, um regenerative Überschüsse sinnvoll zu nutzen.

Förderung vom Staat

Da Nahwärmenetze, insbesondere in Verbindung mit Wärmespeichern, aus wirtschaftlicher Sicht noch immer besondere Herausforderungen darstellen, bieten Bund und Länder vielfältige Fördermittel an. Die Energieagentur Rheinland-Pfalz bot daher einen Überblick durch ihren Fachmann für Förderungen, Thorsten Henkes. Im Anschluss besichtigten die Teilnehmer das von den Stadtwerken Speyer realisierte Solarwärmeprojekt „Alter Schlachthof“. Dieses umfasst neben 500 m2 Kollektorflächen auch einen 100 m3 fassenden Pufferspeicher mit Nahwärmenetz in einem Neubaugebiet.

Veranstalter Dr. Ralf Engelmann, Referent für Solarenergie, Geothermie und Speicher bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz, freute sich über den Zuspruch zu der Veranstaltung und kündigte Fortsetzungen an.

Martin Frey

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