Wärmenetz und Solarthermieanlage für „Solarenergiedorf Liggeringen“

Biomasseheizwerk und Freiflächen-Solarthermieanlage in Liggeringen (Quelle: Stadtwerke Radolfzell)
Biomasseheizwerk und Freiflächen-Solarthermieanlage in Liggeringen (Quelle: Stadtwerke Radolfzell)
06.04.2018

In der Region Radolfzell am Bodensee entsteht aktuell ein Leuchtturm-Projekt. Seit vergangenem Herbst installierten die Stadtwerke ein Wärmenetz, das mittels erneuerbarer Wärme gespeist werden soll. Besonders ist, dass man in einem Zuge auch Glasfaserleitungen für schnelles Internet verlegt so entsteht ein doppelter Mehrwert.

SOLID aus Österreich hat den Auftrag erhalten im „Solarenergiedorf Liggeringen“ eine solarthermische Anlage mit einer Kollektorfläche von 1.100 m² zu installieren. Auftraggeber sind die Stadtwerke Radolfzell. Gegenwärtig läuft zwar noch das Genehmigungsverfahren, die Errichtung ist allerdings für den Sommer geplant und im kommenden Winter soll bereits 90 der 260 Haushalte von der erneuerbaren Wärme profitieren.

Die Planer rechnen damit, dass die 775‑kW‑Anlage jährlich 470 MWhth produziert. Im Sommer soll dies für die gesamte Wärmeversorgung ausreichen, im Winter wird das von der Anlage vorerhitzte Wasser in einer Holzkessel-Anlage auf Betriebstemperatur gebracht. Sollte der Bedarf das gegenwärtig kalkulierte Maß übersteigen ist ein Ausbau der Einrichtungen laut SOLID problemlos möglich.

Die S.O.L.I.D. Gesellschaft für Solarinstallationen und Design mbH hatte sich in der Ausschreibung des Auftrags gegen vier Mitbewerber durchgesetzt. Ausschlaggebend war dabei das auf Hochleistungsflachkollektoren beruhende Konzept. Es stellte sich, verglichen mit Vakuumröhrenkollektoren, als die wirtschaftlich sinnvollere Lösung dar, wie Andreas Reinhardt, Geschäftsführer der Stadtwerke Radolfzell, erklärte.

Philipp Kronsbein / SOLID