Naturstrom AG: Nahwärmeprojekt mit Solarthermie-Freiflächenanlage

Spatenstich in Moosach für ein regeneratives Nahwärmeprojekt. (Foto: Naturstrom AG)
Spatenstich in Moosach für ein regeneratives Nahwärmeprojekt. (Foto: Naturstrom AG)
14.05.2018

Im oberbayerischen Moosach hat die Gemeinde den Bau des Nahwärmenetzes gestartet. Beim feierlichen Spatenstich waren neben der Gemeinde auch Vertreter der der Naturstrom AG, von der das Konzept stammt, und die Energiegenossenschaft Regenerative Energie Ebersberg eG (REGE eG) dabei.

Mit einer Kombination aus Solar- und Bioenergie sollen in Moosach viele alte Ölheizungen ersetzt werden. Der Wärmebedarf privater und kommunaler Anschlussnehmer wird mit einem 390-kW- und zwei 530-kW-Biomassekesseln sowie einer 1.106 m² großen Freiflächen-Solarthermieanlage gedeckt. Im Sommer soll die Solaranlage einen wichtigen Beitrag für die Wärmeversorgung leisten und den Holzeinsatz in der Energiezentrale reduzieren. Bei Mehrbedarf sowie in den Wintermonaten werden die Biomassekessel bedarfsgerecht zugeschaltet, berichtet die Naturstrom AG.

Zwischengespeichert wird die Wärme in einem 100 m³ großen Pufferspeicher. Als Brennstoff für die drei Biomassekessel kommen Hackschnitzel aus der Region zum Einsatz. Zunächst sieht das Betriebskonzept die Nutzung des beim angrenzenden Sägewerk anfallenden Restholzes vor. Bei Mehrbedarf werden von hiesigen Anbietern die entsprechenden Hackschnitzelmengen zugekauft. Das Restholz wird direkt vor Ort im Sägewerk gehäckselt und in den Bunker eingebracht.

Robert Niedergesäß, Landrat des Landkreises Ebersberg, freut sich, dass das Leuchtturmprojekt im Landkreis Ebersberg nun realisiert wird. Bereits zur kommenden Heizperiode können Gebäude mit nachhaltiger Wärme versorgt werden. „Ein Umdenken im Wärmesektor ist dringend notwendig“, betont Hans Gröbmayr, Klimaschutzmanager des Landkreises Ebersberg. Willi Mirus, zweiter Bürgermeister der Gemeinde Moosach und Initiator des Projekts unterstreicht, dass die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger beim Erreichen der Klimaschutzziele dringend notwendig sei. Nur so könne man die Gemeinde fit für eine nachhaltige Zukunft machen.

Thilo Jungkunz, Geschäftsbereichsleiter Dezentrale Energieversorgung bei NATURSTROM, erklärt zu der regenerativen Kombination: „Wir setzen auch bei diesem Projekt auf die Kombination von Holz und Sonne. Im Sommer ist es aus unserer Sicht nicht nachhaltig, Holz zu verschüren. Denn Holz ist zwar nachwachsend, aber dennoch kostbar. Die Solarthermieanlage erzeugt im Sommer so viel Leistung, dass wir die Biomassekessel abschalten können. So heizen wir zu jeder Jahreszeit 100 Prozent erneuerbar.“ Iris Kneißl, Projektleiterin bei NATURSTROM, betreut das Projekt von Anfang an: „Die Kommune sowie Bürgerinnen und Bürger werden dadurch endlich unabhängig von fossilen Energien.“

In Kooperation mit Kommunen, Genossenschaften und engagierten Bürgerinnen und Bürgern setzt die Naturstrom AG seit 20 Jahren an zwölf deutschen Standorten Energiewende-Projekte um, Moosach ist das dritte Nahwärmeprojekt mit einer Genossenschaft. Die erforderliche Netzinfrastruktur zur Belieferung der an das Nahwärmenetz angeschlossenen Wärmekunden wird von der Gemeinde Moosach errichtet und der Betreibergesellschaft anschließend über einen Pachtvertrag zur Verfügung gestellt. 

SW&W / Naturstrom AG