Kombikessel und Solaranlage heizen Pferdehof

Johannes Mette füllt den Pelletskessel mit Sackware. (Foto: Windhager)
Johannes Mette füllt den Pelletskessel mit Sackware. (Foto: Windhager)
06.04.2017

Wie macht man seine Heizung fit für die Zukunft? Warum nicht die vorhandenen Brennstoffreserven nutzen? Diese Fragen stellten sich die Betreiber eines Pferdehofes im Sauerland  und entschieden sich beim Heizungstausch für einen Kombikessel und eine Solarwärmeanlage.

Der Hof von Familie Mette im sauerländischen Sundern-Hellefeld datiert aus der Zeit um 1802 und steht unter Denkmalschutz. Im Gebäude befinden sich zwei Wohneinheiten mit insgesamt 250 m² ausgebauter Wohnfläche. Dazu gehören außerdem Stallungen für zehn Kutsch- und Reitpferde. Die Familie bietet Hippotherapie und Kutschfahrten durch die ländliche Umgebung an.

Die Beheizung des Anwesens erfolgte über Nachtspeicheröfen, die Warmwassererzeugung über einen Boiler mit Heizstab. Familie Mette störten nicht nur ständig steigende Stromkosten, sondern auch die alten Bleileitungen der Trinkwasserversorgung. Daher musste eine Sanierung her. Da die Familie Mette über ein eigenes Waldstück verfügt, steht ihr stets auf kostenfreies Scheitholz zur Verfügung. Die Entscheidung fiel daher auf einen Kombikessel von Windhager, der sich sowohl mit Scheitholz als auch mit Pellets betreiben lässt und damit einen hohen Komfort bietet

Der Wärmeerzeuger ist eine Kombination aus dem Scheitholzkessel Logwin Klassik als eigenständiges Basisgerät und des separat angeschlossenen Pelletskessels Biowin2. Auf dem Pferdehof von Familie Mette kam ein Gerät mit einer Nennwärmeleistung von 7,6 bis 30 kW zum Einsatz. Ergänzt wird der Kombikessel durch eine Solaranlage mit 6,5 kW Nennleistung und zwei jeweils 1.000 Liter fassende Pufferspeicher. Im Sommer liefern die Vakuumröhrenkollektoren genug Energie für die Warmwasserbereitung, so dass der Holzkessel abgeschaltet werden kann.

Die Brennereinheiten werden in der Regel separat eingesetzt, lassen sich jedoch auch im sogenannten Power Boost betreiben, um beispielsweise Leistungsspitzen auszugleichen. Soll nur die Pelletseinheit genutzt werden, muss die Holzeinheit nicht extra vorher aufgeheizt werden. Die erzeugte Wärme wird direkt dem Heizkreis zugeführt. Das soll die Effizienz erhöhen. Die beiden Einheiten lassen sich wechselweise betreiben, so ist auch während längerer Abwesenheit stets eine durchgängige Wärmeversorgung gewährleistet.

Zündung des Scheitholzkessels erfolgt automatisch

Nach der Befüllung der Brennkammer mit Scheitholz erfolgt die Zündung vollautomatisch per Knopfdruck. Nach dem Abbrand, wenn die Energie im Kessel und Pufferspeicher nicht mehr ausreicht, sorgt – sofern Holz nachgelegt wurde – entweder die automatische Zündung für den erneuten Festbrennstoffbetrieb oder die intelligente Brennstoffumschaltung aktiviert das Anheizen der Pelletseinheit. Zur Pelletsversorgung greift Familie Mette auf Sackware zurück. Eine Füllung reicht im vollen Betrieb für etwa 24 Stunden.

Auf dem Pferdehof erfolgte die Installation im Heizungskeller. Die zwei Abgasleitungen des Kessels mit je 130 mm wurden auf ein 150 mm Rohr zusammengefasst und an den Schornstein angeschlossen. Die Wärmeverteilung erfolgt über zwei Heizkreise an Radiatoren sowie eine Fußbodenheizung.

Die Finanzierung: Der Staat hilft mit

Eine so umfangreiche Sanierung der Heizungsanlage wie bei dem Objekt in Sundern-Hellefeld beansprucht ein umfangreiches Baubudget. Da diese Maßnahmen aus Umweltschutz- und Wirtschaftlichkeitsgründen vom Staat begrüßt werden, sah sich Familie Mette in der glücklichen Lage, von einer ganzen Reihe staatlicher Fördermittel profitieren zu können. Für die Festbrennstoffheizung und die Solaranlage - beides zählt zur Rubrik der regenerativen Energien - bekam man Fördermittel vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Für die Installation des Duowin, also eine Kombination von Scheitholz- und Pelletseinheit, die jeweils getrennt bezuschusst werden, erhielten die Bauherren 8.000 € Förderung von der BAFA und 3.310 € vom Land Nordrhein-Westfalen über die Progres-Förderung.

Jens-Peter Meyer / Windhager