Bürger initiieren Nahwärmenetz

Staatssekretär Dr. Thomas Griese (2. vl) überreicht den Förderbescheid für das Nahwärmeprojekt Dorfwärme Ellern an Arno Imig, Bürgermeister Verbandsgemeinde Rheinböllen (Mitte) und Friedhelm Dämgen, Ortbürgermeister Ellern (2. vr). Mit auf dem Bild: Ulrich Schäfer vom Planungsbüro ibs-Energie (l) und Friedrich Hachenberg vom Büro für Städtebau und Umweltplanung Stadt-Land Fluss (r). (Foto: Umweltministerium RLP)
Staatssekretär Dr. Thomas Griese (2. vl) überreicht den Förderbescheid für das Nahwärmeprojekt Dorfwärme Ellern an Arno Imig, Bürgermeister Verbandsgemeinde Rheinböllen (Mitte) und Friedhelm Dämgen, Ortbürgermeister Ellern (2. vr). Mit auf dem Bild: Ulrich Schäfer vom Planungsbüro ibs-Energie (l) und Friedrich Hachenberg vom Büro für Städtebau und Umweltplanung Stadt-Land Fluss (r). (Foto: Umweltministerium RLP)
24.03.2017

Die Bürger der rheinland-pfälzischen Gemeinde Ellern bauen ein Nahwärmenetz für 105 Häuser. Ein Solarheizwerk mit 840 kW Leistung soll 15 % des Wärmebedarfes liefern. Außerdem wird die Heizanlage Holz-Hackschnitzel verbrennen.

„Das Projekt Dorfwärme Ellern wird 105 Häuser mit Wärme aus regenerativer Energie versorgen und dabei 87 % CO2 einsparen. Das Projekt ist damit ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Gleichzeitig nehmen die Verbandsgemeinde Rheinböllen und Ortsgemeinde Ellern die Zukunft ihrer Energieversorgung selbst in die Hand“, erklärte Umweltstaatssekretär Thomas Griese und übergab dem Nahwärmeprojekt einen Förderbescheid über 404.000 € aus dem Landesprogramm Zukunftsfähige Energieinfrastruktur (ZEIS). Das Nahwärmenetz sowie Solarthermie- und Biomassefeuerungsanlage haben die Bürgerinnen und Bürger aus Ellern initiiert. Es entstand der Arbeitskreis Dorfwärme Ellern, wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt und um Anschlussnehmer unter den Gemeindemitgliedern geworben. „Die Energiewende ist dezentral: Nur gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, den Eigenbetrieben, mit den Räten und Bürgermeistern werden wir diese große Umgestaltung schaffen, die uns unabhängig von Öl, Atom und Kohle macht“, so der Staatssekretär.

Bei der Dorfwärme Ellern handelt es sich um ein großes Nachwärmenetz. Die Anschlussleistung für die 105 Häuser wird bei 1,65 MW liegen. Ungewöhnlich an der Anlage sei auch die große Solarthermieanlage, die eingebunden werde, so Griese. Sie wird eine Nennleistung von 840 kW erbringen und dafür eine Fläche von fast 1200 m2 haben. Das Solarheizwerk soll 15 % des Wärmebedarfes liefern. In Rheinland-Pfalz gibt es nur eine weitere vergleichbar große Solarthermieanlage. Außerdem wird die Heizanlage Holz-Hackschnitzel verbrennen. Die Investitionskosten betragen insgesamt 4,7 Mio. €. Bei der KfW sind 956.000 € beantragt. Die Gemeinde Ellern beteiligt sich mit 400.000 €.

„Der weitaus größte Teil der Wärme wird noch immer aus fossilen Energieträgern gewonnen. Der Wärmemarkt hat einen Anteil von rund 40 % an den energiebedingten CO2-Emissionen. Das zeigt uns, dass wir unsere Klimaschutzziele ohne eine Wärmewende nicht erreichen können“, so der Staatssekretär. Die Landesregierung legt daher in dieser Wahlperiode einen Schwerpunkt auf die Wärmewende. Dazu gehöre die Wärmeversorgung von Wohngebäuden mit erneuerbaren Energien und die Unterstützung von Nahwärmenetzen, sagte Griese.

Jens-Peter Meyer / Umweltministerium RLP

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