Studie zur Wärmewende 2030

„Mit unserer Studie zeigen wir, wie der Weg hin zu einer klimafreundlichen Gesellschaft und Industrie aussehen kann und wie die Weichenstellungen im Gebäudewärmesektor aussehen müssen“ erklärt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. (Foto: Agora Energiewende)
„Mit unserer Studie zeigen wir, wie der Weg hin zu einer klimafreundlichen Gesellschaft und Industrie aussehen kann und wie die Weichenstellungen im Gebäudewärmesektor aussehen müssen“ erklärt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende.  (Foto: Agora Energiewende)
17.02.2017

Eine von Agora Energiewende vorgelegte Studie befasst sich mit der Frage wie Häuser und Wohnungen beheizt werden, wenn man im Jahr 2050 weitestgehend auf fossile Brennstoffe verzichtet um die deutschen Klimaziele zu erreichen. Fazit ist, dass der Umbau des Wärmemarktes ein Prozess ist, der über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte ernsthaft betrieben werden muss.

Um bis 2050 das deutsche Klimaziel von 80 bis 95 % weniger CO2-Ausstoß als 1990 zu erreichen bedarf es eines stetigen Wegs. In der Zeit bis 2030 könnte dieser Weg deutlich erschwert oder aber direkt der richtige Kurs eingeschlagen werden. Dies ist das Ergebnis der Studie „Wärmewende 2030“, vorgelegt von Agora Energiewende.

Gemäß der Studie wird der Anteil von Erdgas zum Heizen 2030 ähnlich dem Heutigen sein. Es ist allerdings entscheidend, dass der bundesweite Wärmeverbrauch durch gesteigerte Effizienz um 25 % gesenkt wird.

Die Wärmepumpe wird eine tragende Säule der Wärmewende. Dafür muss sie allerdings deutschlandweit das Zwanzigfache an Wärme liefern. Für das Klimaziel 2050 bedarf es 10 bis 17 Millionen Wärmepumpen. In ihrer Rolle unterstützt wird die Wärmepumpe von Biomasse- und solarthermischen Heizungen sowie in kleinen Teilen durch Gas aus der Überschussverwertung auch bekannt als Windgas.

Ebenfalls Teil der Studie war eine Beobachtung der Anforderungen an das Stromsystem, die sich aus zusätzlichen Wärmepumpen ergeben. Ergebnis ist, dass sich die jährlichen Spitzenlasten kaum verändern werden, sofern veraltete Nachtspeicherheizungen durch effiziente Heizungen ersetzt und die Wärmepumpen flexibel gesteuert werden. Darüber hinaus weist die Studie aber darauf hin, dass der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen bis 2030 noch deutlich und vor allem schneller als bislang geplant gesteigert werden muss um die Klimaziele zu erreichen. Das Ziel von 60 % Erneuerbaren müsse demnach nicht erst 2035 sondern schon 2030 erreicht werden.

Die Studie „Wärmewende 2030“ wurde von den Fraunhofer-Instituten für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) sowie für Bauphysik (IBP) mit Unterstützung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), des Öko-Instituts und der Prognos AG im Auftrag von Agora Energiewende erstellt. Die Wissenschaftler haben dafür zahlreiche Szenarien entwickelt, in denen der Wärmeenergiebedarf für jede Stunde des Jahres modelliert und mit dem stündlichen Stromdargebot aus Erneuerbaren Energien abgeglichen wurde. Betrachtet wurden nur solche Szenarien, bei denen sowohl die Wärmeversorgung als auch die Stromversorgung durchgehend sichergestellt war.

Philipp Kronsbein / Agora Energiewende

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