Erneuerbare Wärme: Marktentwicklung durchwachsen

15.05.2017

Im ersten Quartal dieses Jahres hat der Absatz von Sonnenkollektoren um 11 % abgenommen. Biomassekessel liegen mit 4 % im Minus. Dagegen steigt der Absatz von Wärmepumpen mit einem Plus von 20 % deutlich an. Aber immer noch sind 86 % der verkaufen Wärmeerzeuger in Deutschland Öl- und Gaskessel.

Dieses Jahr hat für die Solarwärmebranche durchwachsen begonnen. Im ersten Quartal 2017 haben die Unternehmen 11 % laut einer Statistik des Heizungsbranchenverbandes BDH weniger Sonnenkollektoren verkauft als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Da dieser Winter um einiges kälter war als der vergangene, lassen diese Zahlen noch keinen Rückschluss auf die Marktentwicklung zu. Mit einem Aufschwung, der seit Jahren rückläufigen Absatzzahlen für Sonnenkollektoren, rechnen Branchenexperten aber auch in diesem Jahr nicht.

Auch der Markt der Biomassekessel stagniert. Im ersten Quartal dieses Jahres sank der Absatz um 4 % im Vergleich zum Vorjahrszeitraum. Das entspricht dem Absatzrückgang, der im vergangenen Jahr zu beobachten war. Vielleicht deutet sich aber hier eine Trendwende an. Denn während Scheitholzvergaserkessel deutlich weniger gefragt sind (-15 %), steigt der Absatz von Pelletskesseln (+6 %) und Hackschnitzelheizungen (+3 %) an.

Einen klaren Zuwachs konnten hingegen Wärmepumpen verzeichnen. Der Trend aus dem Vorjahr, wo der Zuwachs über das gesamte Jahr gesehen bei 17 % lag, hat sich auch 2017 fortgesetzt. Denn im ersten Quartal wurden 20 % mehr Wärmepumpen verkauft als im ersten Quartal 2016. Besonders bemerkenswert ist, dass Sole-Wasser-Wärmepumpen um 26 % und damit überdurchschnittlich zugelegt haben. Hier wirkt die üppige staatliche Förderung, während sie die bei Solarwärmeanlagen und Biowasserkesseln nicht richtig greift. Das Sorgenkind aus Sicht der erneuerbaren Energien bleibt der Gebäudebestand. Laut Lothar Breidenbach vom BDH findet zurzeit fast immer nur ein Eins-zu-Eins–Austausch alter Gas- und Ölkessel statt. An dem Umstieg auf erneuerbare Wärmequellen denken die Hausbesitzer nicht. Den Gesamtmarkt dominieren nach wie vor fossil befeuerte Heizungen. Rund 86 % aller im ersten Quartal 2017 verkauften Wärmeerzeuger waren Öl- und Gaskessel.

Jens-Peter Meyer