Einspeisevergütung für Wärme startet in Großbritannien

Flagge United Kingdom
11.04.2014

In Deutschland wünschen sie sich viele seit langem, in Großbritannien gibt es sie jetzt endlich: die Einspeisevergütung für Wärme. Die domestic Renewable Heat Incentive, kurz dRHI oder RHI, ist eine Förderung für erneuerbare Heizsysteme, die vergleichbar ist mit der Einspeisevergütung für PV-Strom. Über die Förderung wird erneuerbar Heizenden auf sieben Jahre eine Vergütung für jede erzeugte Einheit an solarer Wärme garantiert.

Die höchste Förderung werden solare Warmwassersysteme erhalten: 19,2 pence/kWh. Erd- und Wasserbasierte Wärmepumpen sollen 18,8 p/kWh, Biomasse- und Pelletsöfen sollen 12,2 p/kWh und Luft-Wärmepumpen sollen 7,3 p/kWh bekommen.

Die Zahlung der RHI-Förderung wird zusammen mit der Inflation ansteigen. Um sich für die Förderung zu qualifizieren, müssen Hausbesitzer ein „Green Deal Assessment“ durchführen und damit beweisen, dass das Haus über ein Mindestmaß an Wärmedämmung verfügt.

Bei der jetzt in Kraft getretenen Version des dRHI ist die Solarthermie die einzige Technologie, die nicht als Raumheizung gefördert wird. Verbraucher können sich aber für die Förderung einer Solarthermieanlage und zusätzlich für die Förderung eines Raumheizsystemes bewerben.

Die britische Solar Trade Association (STA) freute sich über die neue Vergütung. Paul Barwell, Chief Executive der STA sagte dazu: „Mit dem Inkrafttreten der dRHI ist die Förderung für den Einsatz der Solartechnologien im Haushalt nun komplett. Zusammen mit dem Green Deal, der die Wärmedämmung verbessern soll und der Einspeisevergütung für PV-Strom haben Hausbesitzer nun eine große Auswahl an staatlichen Förderungen zur Umstellung auf erneuerbare Energien.“

Der STA zufolge könnte die neue Vergütung das Wachstum des Solarsektors ankurbeln. Im Moment gibt es auf britischen Dächern ungefähr 200.000 Solaranlagen – das Ziel liegt bei über einer Million Solardächer bis 2020. Die STA möchte das Programm dazu gerne auch auf andere Solartechnologien ausweiten, wie zum Beispiel Hybridkollektoren und solare Raumheizung.

Aber nicht nur die Solarindustrie kann sich über die neuen Fördermaßnahmen freuen. Die britische Regierung hat sich das Ziel gesetzt, bis zu 4,5 Mio. Wärmepumpen im Land zu installieren. Energieminister Ed Davey hat zusätzlich das Ministerium für Energie und Klimawandel (Department of Energy and Climate Change) beauftragt, eine Karte mit Orten zu erstellen, an denen sich Wärmepumpen einsetzen ließen, die Wärme aus Gewässern nutzen.

Jan Gesthuizen

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