BEE kritisiert Referentenentwurf des Gebäudeenergiegesetzes

„Der Referentenentwurf zum Gebäudeenergiegesetz bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück“ kritisiert der kommissarischer BEE-Geschäftsführer Harald Uphoff (Foto: BEE)
„Der Referentenentwurf zum Gebäudeenergiegesetz bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück“ kritisiert der kommissarischer BEE-Geschäftsführer Harald Uphoff (Foto: BEE)
01.02.2017

Nachdem in der vergangenen Woche der Referentenentwurf des Gebäudeenergiegesetzes vorgelegt wurde, äußern sich Branchenvertretern kritisch. Zwar setze der Entwurf auf Effizienz, allerdings hätten die Erneuerbaren eine zu geringe Priorität.

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) soll das Energieeinspargesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EE-WärmeG) zusammenlegen. Die Wärme- und Kälteversorgung in Deutschland soll damit sauberer und effizienter sowie das geltende Energieeinsparrecht vereinheitlicht werden.

„Aus Sicht des BEE ist der Klimaschutzgedanke im Gebäudeenergiegesetz zu kurz geraten, vor allem, weil die Einsatzmöglichkeiten für fossile Energieträger noch immer zu groß seien.“ erklärt Harald Uphoff, kommissarischer Geschäftsführer des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) e.V. Dem Entwurf sei deutlich anzumerken, dass er in seinen Grundzügen aus der Zeit vor den Pariser Klimabeschlüssen stamme, kritisiert Upphoff weiter.

Der verpflichtende Anteil Erneuerbarer Energien befände sich im Entwurf beispielsweise noch immer auf dem Stand von 2008. „Die Wärme- und Kälteversorgung sollte erneuerbar und effizient sein, doch dieses Zusammenspiel setzt der Referentenentwurf nicht als Priorität. Stattdessen werden effiziente, aber fossile Lösungen honoriert. Gleichzeitig bleibt der Bestandsschutz für die ineffizienten Heizanlagen unnötig lange gewährt.

„Alte Heizungen sollten modernisiert werden. Zusätzlich werden mehr Erneuerbare Energien benötigt – beim Heizen und Kühlen, in der Kraft-Wärme-Kopplung und ebenso in Wärmenetzen.“ Nur so ließe sich Klimaschutz erreichen. Gebäudebesitzer hätten die Flexibilität haben können, sich für die kosteneffizientesten technischen Lösungen für ihr Gebäude zu entscheiden. Diese Chance jedoch bleibe nun ungenutzt, so Uphoff.

Die BEE-Stellungnahme zum Referentenentwurf Gebäudeenergiegesetz steht auf der BEE-Website zum Download zur Verfügung.

Philipp Kronsbein / BEE